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Nasrallah: Tötung von Hamas-Anführer war Angriff Israels

Der Hamas-Anführers Saleh al-Aruri war am Dienstag im Libanon getötet worden. Nun meldet sich der Chef der Hisbollah im Libanon in einer mit Spannung erwarteten Rede zu Wort.

Sayyed Hassan Nasrallah
Hisbollah-Führer Sayyed Hassan Nasrallah grüßt seine Anhänger während einer Videoübertragung im Rahmen einer Zeremonie zum vierten Jahrestag der Ermordung des iranischen Quds-Truppengenerals Soleimani. Foto: Hassan Ammar/DPA
Hisbollah-Führer Sayyed Hassan Nasrallah grüßt seine Anhänger während einer Videoübertragung im Rahmen einer Zeremonie zum vierten Jahrestag der Ermordung des iranischen Quds-Truppengenerals Soleimani.
Foto: Hassan Ammar/DPA

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hat Israel nach dem Tod eines ranghohen Hamasvertreters im Libanon vor einer Eskalation des Konflikts mit dem Nachbarland gewarnt. »Wer über einen Krieg mit uns nachdenkt, wird es bereuen«, sagte der Generalsekretär der vom Iran unterstützen Schiitorganisation in einer Ansprache. »Wenn der Feind einen Krieg gegen den Libanon beginnt, werden wir uns an keine Regeln mehr halten«, sagte Nasrallah.

Er sprach von einem »eklatanten israelischen Angriff« auf den südlichen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut. »Israel hat versucht, durch die Ermordung von Al-Aruri ein Siegesbild zu vermitteln«, sagte Nasrallah. Er machte Israel verantwortlich für die Tötung des Hamas-Anführers Saleh al-Aruri, der am Dienstagabend bei einem Angriff im Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut ums Leben kam. »Die Ermordung Al-Aruris ist ein gefährliches Verbrechen, das nicht ohne Reaktion und Bestrafung bleiben wird«, betonte Nasrallah. »Wir haben keine Angst vor dem Krieg und wir zögern nicht.«

Al-Aruri war als Vize-Leiter des Politbüros der Hamas der zweithöchste Anführer der islamistischen Palästinenserorganisation im Ausland. Er war am Dienstagabend bei einer Explosion ums Leben gekommen. Nasrallahas Ansprache war schon vorher geplant. Anlass war der vierte Jahrestag der Tötung des mächtigen iranischen Generals Ghassem Soleimani, der 2020 im Irak von den USA durch einen Drohnenangriff getötet wurde.

Nächste Äußerung für Freitag angekündigt

Vor dem Hintergrund der Tötung Al-Aruris war die Rede Nasrallahs mit Spannung erwartet worden. Es gibt Sorgen, dass es zu einer weiteren Eskalation des Konflikts mit Israel kommen könnte. Nasrallah kündigte an, sich am Freitag erneut an die Öffentlichkeit wenden zu wollen. »Bestimmte aktuelle Themen werde ich am Freitag statt heute Abend besprechen«, sagte er.

Die Hamas macht ebenfalls Israel für den gewaltsamen Tod von Al-Aruri verantwortlich. Israels Armee wollte die Tötung des hochrangigen Hamasvertreters auf Anfrage nicht kommentieren.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober gibt es an der libanesisch-israelischen Grenze immer wieder gegenseitigen Beschuss zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär. Dabei gab es auf beiden Seiten Tote.

Auswärtiges Amt fordert zu rascher Ausreise auf

Wegen der Zuspitzung der Lage an der israelisch-libanesischen Grenze hat das Auswärtige Amt deutsche Staatsangehörige aufgefordert, den Libanon so schnell wie möglich zu verlassen. Deutsche, die sich noch in dem Land aufhalten, sollten sich in der Krisenvorsorgeliste Elefand registrieren und »auf schnellstem Wege« ausreisen, schrieb das Auswärtige Amt auf der Plattform X, vormals Twitter. »Eine Eskalation an der Grenze zwischen Israel und Libanon ist nicht auszuschließen«, hieß es, nachdem der Krisenstab der Bundesregierung getagt hatte.

Wegen der angespannten Sicherheitslage hatte das Auswärtige Amt einige Tage nach dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel und dem Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober deutsche Staatsbürger und ihre Angehörigen dazu aufgerufen, das an Israel grenzende Land zu verlassen.

© dpa-infocom, dpa:240103-99-483452/4