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London: Wagner-Kämpfer werden wieder um Bachmut eingesetzt

Seit dem Tod Prigoschins gilt die Wagner-Söldnertruppe als führungslos. Zuletzt kämpfte sie um Bachmut. Einige Kämpfer sollen nun dorthin zurückkehren. Auch Putin äußert sich.

Bachmut
Im Mai veröffentlichte der Prigoschin-Pressedienst ein Video, das Angehörige der Wagner-Gruppe in Bachmut zeigen soll. Foto: Uncredited/DPA
Im Mai veröffentlichte der Prigoschin-Pressedienst ein Video, das Angehörige der Wagner-Gruppe in Bachmut zeigen soll.
Foto: Uncredited/DPA

Die in die Ukraine zurückgekehrten Kämpfer der Wagner-Söldnertruppe werden nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten um die ostukrainische Stadt Bachmut eingesetzt. Das legten mehrere Berichte nahe, hieß es im täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London.

In Bachmut hatte Wagner in verlustreichen Kämpfen im Mai einen Erfolg für die russischen Invasionstruppen errungen. »Ihre Erfahrung wird wahrscheinlich in diesem Sektor besonders gefragt sein. Viele werden die aktuelle Frontlinie kennen, nachdem sie vergangenen Winter dort gekämpft haben«, so die Mitteilung.

Die Privatarmee Wagner gilt seit dem Absturz eines Flugzeugs mit Gründer Jewgeni Prigoschin und Kommandeuren im August als führungslos. Die Gruppe hatte lange neben regulären russischen Einheiten in Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine gekämpft. Nach dem Abzug seiner Truppen aus der Ukraine probte Prigoschin einen Aufstand gegen die russische Militärführung, der scheiterte. Teile der Wagner-Armee siedelten anschließend nach Belarus um.

Der genaue Status der Wagner-Kämpfer sei unklar, hieß es in dem Bericht der Briten weiter. Es sei aber wahrscheinlich, dass sie in Teile der offiziellen russischen Armee oder andere Privatarmeen integriert worden seien.

Putin: Ex-Wagner-Funktionär soll neue Kampfverbände aufbauen

Unterdessen äußerte sich Kremlchef Wladimir Putin zu dem weiteren Einsatz der Privatarmee Wagner. Das ehemalige Führungsmitglied Andrej Troschew soll nach dem Willen von Putin neue Freiwilligen-Kampfverbände aufbauen. Diese Einheiten hätten verschiedene Aufgaben und sollten vor allem auch im Kriegsgebiet in der Ukraine zum Einsatz kommen, sagte Putin bei einem Treffen mit Troschew und Vizeverteidigungsminister Junus-Bek Jewkurow. Der Kreml veröffentlichte heute ein Video des Gesprächs vom Vorabend.

Auf der Kremlseite wurde der 61 Jahre alte Troschew allerdings nicht weiter vorgestellt oder auch nur mit einer Funktion genannt. Troschew sei kriegserprobt und wisse, was zu tun sei, »damit die Kampfeinsätze auf bestem und erfolgreichstem Weise erledigt werden«, sagte Putin.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London Desinformation vor.

© dpa-infocom, dpa:230929-99-377655/2