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Krim: Explosionen in Munitionslager nach Drohnenangriff

Erst kürzlich geriet im südöstlichen Teil der Halbinsel ein großes Munitionsdepot in Brand. Jetzt kam es erneut zu Explosionen. Die anliegenden Ortschaften werden evakuiert.

Munition explodiert
Erst vor wenigen Tagen sind auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim große Mengen Munition in die Luft geflogen. Foto: Viktor Korotayev/DPA
Erst vor wenigen Tagen sind auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim große Mengen Munition in die Luft geflogen.
Foto: Viktor Korotayev/DPA

Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist nach Behördenangaben ein Munitionslager durch einen ukrainischen Drohnenangriff in Brand geraten.

Nach ersten Erkenntnissen gebe es keine Toten oder Verletzten, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter Sergej Aksjonow mit. Aus Sicherheitsgründen wurden nach diesen Angaben die anliegenden Ortschaften evakuiert und der Bahnverkehr eingestellt.

Der Angriff erfolgte demnach im Landkreis Krasnogwardejsk nördlich von Simferopol im zentralen Teil der Krim. In sozialen Netzwerken kursieren Videos, die einen Großbrand dokumentieren. Auf einigen Videos sind auch Detonationen zu hören. Das ukrainische Militär bestätigte den Angriff. Dabei seien Munitionsdepots und ein Treibstofflager vernichtet worden.

Kein Einzelfall

Erst Anfang der Woche wurde die 19 Kilometer lange Brücke vom russischen Festland auf die Krim durch eine Attacke beschädigt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben.

Zwei Tage später geriet im südöstlichen Teil der Halbinsel ein großes Munitionsdepot in Brand. Die russischen Behörden sprachen von einem ukrainischen Raketenangriff. Auch hier mussten Ortschaften evakuiert werden. Die Munition detonierte mehrere Tage lang.

Russland führt seit 17 Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und greift dabei auch immer wieder zivile Infrastruktur des Nachbarlands an. Über die Krim verläuft größtenteils der Nachschub der russischen Besatzungstruppen im Süden der Ukraine.

Die ukrainischen Streitkräfte attackieren daher verstärkt Treibstoff- und Munitionslager. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Krim-Brücke als »feindliche Anlage« und militärisches Ziel, weil darüber auch militärische Güter geliefert werden.

© dpa-infocom, dpa:230722-99-494060/3