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Kreml zu Dialog über atomare Rüstungskontrolle bereit

Verhandlungen über Atomwaffenkontrollen zwischen Russland und den USA liegen auf Eis. Ein neues Gesprächsangebot aus Washington bewertet Kremlsprecher Peskow positiv.

Russische Atomrakete
Eine strategische russische Atomrakete vom Typ Topol-M bei einer Militärparade in Moskau (Archivbild). Foto: Yuri Kochetkov
Eine strategische russische Atomrakete vom Typ Topol-M bei einer Militärparade in Moskau (Archivbild).
Foto: Yuri Kochetkov

Russland hat sich offen für einen neuen Dialog mit den USA über atomare Rüstungskontrolle gezeigt. Der Kreml lobte ein Angebot des nationalen Sicherheitsberaters von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, zu Gesprächen ohne Vorbedingungen als »wichtige und positive Erklärung«. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte in Moskau: »Wir rechnen damit, dass sie mit Schritten über diplomatische Kanäle gestärkt wird. Danach kann man schon die vorgeschlagenen Dialogvarianten prüfen.«

Im Februar hatte Russland den sogenannten New Start Vertrag zur Verringerung des Atomwaffenarsenals ausgesetzt. Zu einer möglichen Wiederaufnahme von Verhandlungen über Atomwaffenkontrollen sagte Peskow: »Russland bleibt offen für den Dialog. Wir halten ihn für außerordentlich wichtig. Aber wir müssen zuerst verstehen, wie dieser Vorschlag formuliert wird.« Russland und die USA verfügen mit großem Abstand über die meisten Atomwaffen weltweit.

Bei der Aussetzung von New Start hatte Russland erklärt, sich weiter an die Obergrenzen des Abrüstungsvertrags bei Atomwaffen halten zu wollen. Allerdings sei es Russland aufgrund der US-Sanktionen unmöglich, US-Militärstützpunkte zu kontrollieren. Deshalb lasse man auch keine Kontrollen des eigenen Arsenals mehr zu. Die Kontrollen sind wichtiger Bestandteil des Abkommens. New Start ist der letzte noch bestehende Abrüstungsvertrag zwischen den beiden Atommächten.

© dpa-infocom, dpa:230605-99-945859/2