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Gazastreifen: USA setzen auf Abschwächung der Bodenoffensive

Laut der US-Regierung solle sich Israel bei der Bodenoffensive im Gazastreifen in Zukunft genauer auf bestimmte Ziele und militärische Infrastruktur konzentrieren.

Nahostkonflikt
Jake Sullivan (l), Nationaler Sicherheitsberater der USA, hat nach Angaben des Weißen Hauses mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu über einen möglichen Übergang zu militärischen »Operationen geringerer Intensität« in Gaza gesprochen. Foto: Amos Ben Gershom/DPA
Jake Sullivan (l), Nationaler Sicherheitsberater der USA, hat nach Angaben des Weißen Hauses mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu über einen möglichen Übergang zu militärischen »Operationen geringerer Intensität« in Gaza gesprochen.
Foto: Amos Ben Gershom/DPA

Die US-Regierung erwartet nach Gesprächen mit der israelischen Führung einen Übergang der Bodenoffensive mit »hoher Intensität« im Gazastreifen zu »gezielteren« militärischen Operationen.

Es habe nie die Erwartung gegeben, dass es auf unbestimmte Zeit einen großen zerstörerischen Einsatz am Boden geben würde, sagte ein ranghoher Vertreter der US-Regierung in Tel Aviv. Ziel sei es, dass Israel sich in der Zukunft genauer auf bestimmte Ziele und militärische Infrastruktur konzentriere. Er sprach dabei über die Treffen des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, Jake Sullivan, in Israel - unter anderem mit Regierungschef Benjamin Netanjahu. In denen sei dieser Übergang Thema gewesen.

Kein Zeitrahmen für den Übergang

Der US-Regierungsvertreter nannte allerdings keinen Zeitrahmen für den Übergang. »Es geht nicht wirklich um Zeitrahmen, sondern um die Bedingungen, die festgelegt werden, und die Israelis haben uns sehr detailliert über die Phasen ihrer gesamten Kampagne informiert«, sagte er. Die »New York Times« hatte zuvor berichtet, dass Washington Israel aufgefordert habe, die Bodenoffensive in Gaza bis Jahresende zu beenden. Der Regierungsvertreter ging nicht explizit auf diesen Bericht ein, sagte aber: »Es gab einige Berichte über den Zeitrahmen und ich muss sagen, dass diese nicht ganz korrekt sind.«

»Ich denke, dass die Israelis schon sehr früh Ideen für den militärische Einsatz hatten, den wir für problematisch hielten«, fügte er hinzu. Darüber habe man mit der israelischen Regierung gesprochen und die militärische Operation sei »auf der Grundlage einiger unserer Ratschläge, einiger unserer Empfehlungen angepasst« worden. Die US-Regierung betonte erneut, dass Israel alles in seiner Macht stehende tun müsse, um die Zivilbevölkerung zu schützen.

Treffen zwischen Sullivan und Abbas

Der US-Regierungsvertreter kündigte außerdem an, dass Sicherheitsberater Sullivan am Freitag Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas in Ramallah treffen werde. Mit Blick auf das Ende des Krieges und die Zukunft des Gazastreifens sprach der US-Regierungsvertreter von einer »Reihe von Sicherheitskräften, die mit der Palästinensischen Autonomiebehörde verbunden« seien. Diese könnten in den Monaten nach dem Krieg »eine Art Kern bilden«. »Aber das ist etwas, was wir mit den Palästinensern und den Israelis und mit regionalen Partnern diskutieren«, sagte er.

© dpa-infocom, dpa:231214-99-303658/2