Logo
Aktuell Ausland

Erdogan: Keine Kompromissbereitschaft zu Nato-Erweiterung

Die Nato-Staaten treffen sich ab Dienstag zu einem Gipfel. Am Rande soll versucht werden, die Türkei zu einem Kompromiss in Sachen Nato-Norderweiterung zu bringen. Doch das könnte schwierig werden.

Türkischer Präsident Erdogan
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht bei einer Preisverleihung der Türkischen Exporteursversammlung. Foto: Shadati
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht bei einer Preisverleihung der Türkischen Exporteursversammlung.
Foto: Shadati

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat auch einen Tag vor Beginn des Nato-Gipfels keine Kompromissbereitschaft in Sachen Nato-Norderweiterung signalisiert. »Morgen werden wir zum Nato-Gipfel in Spanien gehen und alles Notwendige im Einklang mit den Rechten und Interessen unseres Landes tun«, sagte Erdogan nach Regierungsangaben am Montag.

Den Gesprächspartnern werde man die »Scheinheiligkeit« gegenüber »Terrororganisationen« mit »Dokumenten, Informationen und Bildern« erklären.

Türkei ist gegen Beitritt von Schweden und Finnland

Erdogan hat Einspruch gegen den Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands eingelegt. Er wirft ihnen Unterstützung von »Terrororganisationen« vor. Die 30 Nato-Staaten treffen sich ab Dienstag zu einem mehrtägigen Gipfel in Madrid. Am Rande soll noch einmal versucht werden, die türkische Blockadehaltung zu überwinden. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg trifft dazu Schwedens Regierungschefin Magdalena Andersson, den finnischen Präsidenten Sauli Niinistö sowie Erdogan.

Der türkische Hinweis auf »Terrororganisationen« bezieht sich auf die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die syrische Kurdenmiliz YPG, die Schweden und Finnland angeblich unterstützten - was beide Länder zurückweisen. Schweden und Finnland haben bereits Mitte Mai die Aufnahme in die Nato beantragt.

Erdogan wiederholte zudem am Montag seine Ankündigung einer neuen Offensive in Syrien. Die werde beginnen, sobald die Vorbereitungen abgeschlossen seien. Ankara begründet diese mit dem Kampf gegen die YPG. Das Land hält bereits Gebiete im Norden Syriens besetzt.

© dpa-infocom, dpa:220627-99-823428/2