Logo
Aktuell Inland

Bund: Genug Dosen für Corona-Auffrischimpfungen

Die Booster-Impfungen sollen eine tragende Säule auf dem Weg aus der vierten Corona-Welle sein. Doch gibt es genügend Impfstoff? Dazu gibt es bei Bund und Ländern unterschiedliche Auffassungen.

Jens Spahn
Jens Spahn (CDU), geschäftsführender Bundesgesundheitsminister. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Jens Spahn (CDU), geschäftsführender Bundesgesundheitsminister. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

BERLIN. Für die bis Jahresende geplante Beschleunigung von Corona-Auffrischimpfungen ist laut Bundesgesundheitsministerium genug Impfstoff verfügbar.

Aktuell würden bis einschließlich nächster Woche 28 Millionen Dosen ausgeliefert, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Eine Knappheit sei nicht zu sehen. Es hänge aber auch vom Bestellverhalten von Praxen und Impfstellen ab, dass Impfstoff sie erreiche. In der vergangenen Woche habe es einzelne Nachbestellungen gegeben, die dann häufig nicht mehr bedienbar gewesen seien. Den Bund hätten Rückmeldungen aus zehn Ländern erreicht, dass es Probleme gebe - beispielsweise Hessen habe sich aber nicht vorab deswegen gemeldet.

Unterdessen äußerte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci Zweifel daran, ob sich das Ziel erreichen lässt, bis Weihnachten bundesweit bis zu 30 Millionen Impfungen zu ermöglichen. »Ich begrüße das Ziel, aber es ist gefährdet«, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Das Impfen komme zum Teil ins Stocken.

»Insbesondere die niedergelassenen Ärzte, aber auch die Impfzentren müssen sich darauf verlassen können, dass der Impfstoff auch kommt, der bestellt wird«, forderte Kalayci. »Ich erwarte vom Bundesgesundheitsminister besonders mit Blick auf die Ärztinnen und Ärzte Transparenz bei Bestellungen und Lieferungen.«

Ziel bis Jahresende

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte nach einer Bund-Länder-Beratung am Dienstag das Ziel betont, dass bis Jahresende bis zu 30 Millionen Menschen geimpft werden sollen. Um die operative Umsetzung mit Lieferungen und Verteilung soll sich auch ein neuer Bund-Länder-Krisenstab im Kanzleramt kümmern. Aus einigen Regionen waren Klagen von Impfstellen laut geworden, dass Impfstoff mangele. Der hessische Hausärzteverband kritisierte, dass ausgerechnet jetzt nicht genug Impfstoff in den Praxen ankomme, sei »eine vollständige Katastrophe«, wie der Vorsitzende Armin Beck der dpa sagte.

Das Gesundheitsministerium erläuterte, dass für konkrete Impfangebote vor Ort die Länder zuständig seien. In den Ländern würden jetzt Impfzentren wieder hochgefahren, auch die Praxen täten alles, um mehr zu impfen. Konkret seien in dieser und der vergangenen Woche insgesamt 18 Millionen Dosen vom Bund ausgeliefert worden, weitere zehn Millionen Dosen sollen kommende Woche folgen. Darüber hinaus stünden noch weitere 25 Millionen Dosen für Verstärkungen (»Booster«) schon länger zurückliegender Impfungen zur Verfügung. Dafür können die Impfstoffe von Biontech und Moderna eingesetzt werden, wobei für Biontech vorerst Bestell-Obergrenzen gelten. (dpa)