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Biden verteidigt Reaktion auf chinesischen Ballonflug

US-Präsident Joe Biden wurde für seine Entscheidungen im Zusammenhang mit einem vermeintlichen chinesischen Spionageballon kritisiert - nun wehrt er sich.

Joe Biden
Spionageballon: US-Präsident Biden wehrt sich gegen Kritik an seinen Entscheidungen. Foto: Patrick Semansky
Spionageballon: US-Präsident Biden wehrt sich gegen Kritik an seinen Entscheidungen.
Foto: Patrick Semansky

US-Präsident Joe Biden hat seine Reaktion auf den Flug des mutmaßlich zu Spionagezwecken genutzten chinesischen Überwachungsballon über US-Territorium verteidigt.

»Ich habe das Militär angewiesen, ihn auf sicherem Wege abzuschießen«, sagte Biden bei einem Interview in der Abendsendung »Newshour« des Senders PBC am Mittwoch (Ortszeit). Das Militär habe ihm mitgeteilt, dass es nicht sicher sei, den Ballon über Land abzuschießen, und dass man durch Beobachtung des Überflugs vieles lernen könne. »Sobald sie die Möglichkeit hatten, ihn über dem Wasser abzuschießen, taten sie das und bargen wichtige Teile davon«, sagte Biden.

Biden erntet Kritik von Republikanern

Für seinen Umgang mit dem Vorfall war der Demokrat Biden von prominenten US-Republikanern scharf kritisiert worden. Die Gouverneurin des südlichen US-Bundesstaates Arkansas, Sarah Huckabee Sanders, warf Biden mangelnde Führung vor. »Die Weigerung des Präsidenten, China, unserem stärksten Gegner, die Stirn zu bieten, ist gefährlich und inakzeptabel«, sagte die Republikanerin und frühere Sprecherin des Ex-Präsidenten Donald Trump am Dienstagabend nach Bidens Rede zur Lage der Nation im Kongress. Biden sei nicht bereit, »unsere Grenzen, unseren Luftraum und unsere Bevölkerung zu verteidigen«. Er sei als Oberbefehlshaber ungeeignet.

Auf die Frage, ob die Beziehungen zwischen den USA und China durch den Abschuss einen schweren Schlag erlitten hätten, antwortete Biden in dem Interview mit einem klaren »Nein«. Er könne dies sicher sagen, weil die beiden Länder miteinander im Austausch seien. Biden bekräftigte, dass die USA mit China im Wettbewerb stünden, aber keinen Konflikt suchten.

Spionagevorwurf gegen China

Das US-Militär hatte den chinesischen Ballon vor der Küste des Bundesstaates South Carolina über dem Atlantik abgeschossen. Washington wirft China vor, das Land habe mit dem Ballon Militäreinrichtungen ausspionieren wollen. Die Regierung in Peking sprach dagegen von einem zivilen Forschungsballon, der vom Kurs abgekommen sei. Sie warf den USA eine »Überreaktion« und »ernste Verletzung« der international üblichen Regeln vor.

© dpa-infocom, dpa:230209-99-527453/2