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OECD sieht langsame Erholung der Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft erholt sich nach OECD-Analyse langsam, aber Deutschland schwächelt. Ein Wachstum hierzulande prognostiziert auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) erst im folgenden Jahr.

Konjunktur
Der OECD zufolge dürfte sich die Weltwirtschaft in diesem Jahr langsam erholen. Foto: Sina Schuldt
Der OECD zufolge dürfte sich die Weltwirtschaft in diesem Jahr langsam erholen.
Foto: Sina Schuldt

Die Industriestaaten-Organisation OECD sieht die Weltwirtschaft auf einem langsamen Erholungskurs, der Ausblick für Deutschland bleibt aber verhalten. Hier werde die Wirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich stagnieren und 2024 um 1,3 Prozent wachsen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris mit.

Die hohe Inflation schmälere Einkommen und Ersparnisse, was den privaten Konsum dämpfe. Entscheidende Impulse für die Konjunkturbelebung liefere das Exportgeschäft: Die Lieferketten entspannten sich und der Auftragsbestand sei hoch.

Steigende Zinsen bremsten Investitionen gerade auf dem deutschen Immobilienmarkt, staatliche Unterstützung und sinkende Energiepreise stärkten aber das Vertrauen der Investoren, teilte die OECD mit. Der hohe Investitionsbedarf in sichere Lieferketten und den Ausbau der erneuerbaren Energien belebe aber die Investitionsdynamik. Zudem investiere der Staat selbst mehr und setze Steueranreize für grüne Investitionen.

Ratschläge an die Politik

Steigende Löhne trügen 2024 zu einer Erholung des privaten Verbrauchs bei. Der Politik riet die OECD zu mehr Effizienz bei staatlichen Ausgaben und einer besseren Einbindung von Frauen sowie älteren und gering qualifizierten Menschen in den Arbeitsmarkt.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, weitete die deutsche Industrie ihre Produktion zu Beginn des zweiten Quartals leicht aus. Die Gesamtherstellung stieg im April zum Vormonat um 0,3 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium sprach von einer Stabilisierung, blieb aber vorsichtig: Angesichts einer gedämpften Nachfrage und der zuletzt trüberen Unternehmensstimmung sei von einer nur verhaltenen Belebung der Industriekonjunktur auszugehen.

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) rechnet in diesem Jahr in Deutschland mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,5 Prozent. Erst im kommenden Jahr könnte die Wirtschaft mit 1,25 Prozent wieder merklich wachsen, wie das HWWI am Mittwoch in einer Prognose mitteilte. Voraussetzungen dafür seien jedoch keine weitere Verschärfung der Geldpolitik oder der geopolitischen Unsicherheiten.

Für die Weltwirtschaft rechnet die OECD für dieses Jahr in ihrem neuen Konjunkturausblick mit einem globalen Wachstum von 2,7 Prozent, das sich 2024 leicht auf 2,9 Prozent beschleunigen dürfte. Damit werde es immer noch deutlich unter dem Schnitt der zehn Jahre vor der Corona-Pandemie liegen. Der Weg zu einem kräftigen und nachhaltigen Wachstum sei noch lang. Die Talsohle aber scheine durchschritten, denn Energiepreise und Gesamtinflation sänken, Lieferengpässe ließen nach und die Finanzlage privater Haushalte sei relativ solide.

Die politisch Verantwortlichen müssten entschlossen handeln, um durch wirtschafts- und strukturpolitische Maßnahmen ein kräftigeres und nachhaltigeres Wachstum herbeizuführen, mahnte die OECD. Das werde allerdings schwierig werden, denn die Inflation sei weiter zu fest verankert, die Verschuldung zu hoch und das Produktionspotenzial zu niedrig. Investitionen in Bildung und Kompetenzen seien entscheidend, damit sich die Menschen in der Wirtschaft von morgen erfolgreich behaupten könnten und um Vorteile einer höheren Produktivität zu nutzen.

OECD-Wirtschaftsausblick

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