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N26 startet Handel mit Aktien und ETFs in Deutschland

Die Onlinebank hat bislang vor allem etablierte Geldinstitute aufgeschreckt. Mit einer Produkterweiterung nimmt das Start-up aber vor allem ein Fintech aus der Berliner Nachbarschaft ins Visier.

Onlinebank N26
N26 ist in 24 Ländern in Europa aktiv und beschäftigt rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 1000 in Berlin. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/DPA
N26 ist in 24 Ländern in Europa aktiv und beschäftigt rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 1000 in Berlin.
Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/DPA

Die Smartphone-Bank N26 erweitert ihr Produktangebot: Das Berliner Start-up-Unternehmen bietet Kundinnen und Kunden in Deutschland künftig den Handel mit Aktien und ETFs (»Exchange Traded Funds«, börsengehandelte Fonds) an, wie das Fintech in Berlin mitteilte.

Damit tritt die Neo-Bank nicht nur gegen etablierte Geldhäuser an, sondern verschärft auch den Wettbewerb mit dem Berliner Start-up Trade Republic. Der N26-Konkurrent Trade Republic war 2015 als Neo-Broker mit dem Aktien- und ETF-Handel gestartet und hatte zuletzt sein Produktportfolio mit einer Kreditkarte und einem Festgeld-Angebot erweitert.

N26-Mitbegründer Valentin Stalf sagte: »Wir starten jetzt in Deutschland mit über 200 Aktien und 100 ETFs.« Danach werde man das Angebot innerhalb der nächsten Monate auf über 1000 Aktien und über 1000 ETFs erweitern. Man bewege sich auf einem Markt, in dem bereits jeder sechste Verbraucher in Aktien investiere.

N26 hat sich mit Einführung Zeit gelassen

Technisch umgesetzt wird der Aktien- und ETF-Handel durch eine Partnerschaft mit der Firma Upvest. Das Berliner Fintech bietet Banken über eine Programm-Schnittstelle (API) die Vermittlung und Verwahrung von Anlageprodukten an. Zuerst hatte N26 in Österreich Kundinnen und Kunden seit Januar den Handel mit ETFs ermöglicht. Stalf sagte, man habe sich mit der Einführung auf dem deutschen Markt Zeit gelassen. »Uns ging es darum, dass man dieses Produkt sowohl mit 500.000 Euro verwenden kann als auch mit einem Euro.«

Mit einer Pauschalgebühr von 90 Cent pro Handel unterbietet N26 damit seinen Wettbewerber Trade Republic um einige Cent. »Weitere Kosten wie zusätzliche Provisionen oder Depotgebühren fallen nicht an«, teilte N26 mit. Man verspreche sich davon, dass sich viele Kunden für eine Variante der kostenpflichtigen N26-Premium-Konten entscheiden. »Statt überall separate Gebühren zu verlangen, verfolgen wir die Strategie, dass mit einer Gebühr zwischen 4,90 und 16,90 Euro im Monat wirklich alle finanziellen Kosten abgedeckt sind.«

Auch Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen möglich

Beim Festgeld bietet N26 je nach Kontomodell bis zu vier Prozent Zinsen und zieht damit mit dem Angebot des Konkurrenten Trade Republic gleich. Die Erhöhung der Zinssätze für Tagesgeldkonten tritt ab 9. April in Kraft.

N26 ermöglicht seit Januar 2023 den Kunden in Deutschland auch den Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Stalf sagte, die Nutzung des Kryptoangebots hänge stark vom Kurs des Bitcoin ab. »Wenn der Kurs steigt oder gar ein Allzeithoch erreicht, dann wird stärker gehandelt.«

Der N26-CEO zeigte sich mit dem aktuellen Geschäftsverlauf zufrieden: »Wir sind mit unseren Geschäftszahlen in Richtung der schwarzen Zahlen auf einem guten Weg. Wir werden die Profitabilität auf Monatsbasis, wie angekündigt, im zweiten Halbjahr erreichen.«

N26 ist in 24 Ländern in Europa aktiv und beschäftigt rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 1000 in Berlin.

© dpa-infocom, dpa:240403-99-545266/2