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Klimaneutrales Fliegen: Regierung will Branche unterstützen

Auch die Luftverkehrsbranche soll klimaneutral werden. Das soll allerdings nicht zulasten europäischer und deutscher Flughäfen und Airlines geschehen, sagt der Kanzler. Und verspricht Tempo.

Nationale Luftfahrtkonferenz
Er sei überzeugt, dass der Luftfahrtstandort Deutschland eine »sehr gute Zukunft« habe, sagt Kanzler Scholz bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Hamburg. Foto: Jonas Walzberg/DPA
Er sei überzeugt, dass der Luftfahrtstandort Deutschland eine »sehr gute Zukunft« habe, sagt Kanzler Scholz bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Hamburg.
Foto: Jonas Walzberg/DPA

Die Bundesregierung sieht Deutschland als Vorreiter beim Ziel, in wenigen Jahren klimaneutral zu fliegen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Hamburg, die Luftverkehrsbranche werde sich ganz grundlegend verändern. »Unser großes Ziel ist klar: Bis 2045 wollen wir klimaneutral werden und dabei zugleich ein erfolgreiches Industrieland mit weiteren Wachstumsmöglichkeiten bleiben.«

Die Luftfahrt sei verantwortlich für knapp 3 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. »Es ist klar, dass das noch weniger werden soll.« Bei klimafreundlichen Technologien stehe die deutsche Luftfahrtindustrie schon jetzt an der Weltspitze.

Scholz sagte weiter, klimaneutrales Fliegen solle nicht zulasten europäischer und deutscher Flughäfen und Airlines gehen. Der Kanzler sagte weiter, perspektivisch sei sicherlich der Wasserstoffantrieb auch in Serienflugzeugen möglich. Dafür wolle die Bundesregierung Tempo machen beim Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur. Er sei überzeugt, dass der Luftfahrtstandort Deutschland eine »sehr gute Zukunft« habe.

Spohr: Keine Alleingänge beim Klimaschutz in Europa

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte mit Blick auf schwierige Jahre in der Corona-Pandemie: »Die Luftfahrt ist zurück.« Zur Lufthansa sagte er: »Uns geht's prima.« Die Bundesregierung hatte das Unternehmen während der Pandemie mit Stützungsmaßnahmen gerettet. Spohr sagte weiter, beim Klimaschutz dürfe es keine Alleingänge in Europa geben, es brauche weltweite Lösungen. Synthetische Kraftstoffe hätten bei der Lufthansa aktuell einen Anteil von 0,2 Prozent.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte: »Niemandem ist geholfen, wenn wir unsere heimische Luftfahrt ausbremsen und ausländische Anbieter, die weniger nachhaltigkeitsorientiert sind, die Lücke füllen. Daher unterstützen wir unsere Luftfahrtunternehmen und Flughäfen dabei, Vorreiter bei der Reduktion von Treibhausgasen zu werden.« Die Bundesregierung fördere Innovation und Forschung und sorge für faire Wettbewerbsbedingungen im Luftverkehr.

© dpa-infocom, dpa:230925-99-324991/3