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Gewerkschaft kündigt Aktionen für Brückenstrompreis an

Die IG BCE drängt auf einen Strom-Preisdeckel für energieintensive Unternehmen. Die Forderungen will die Gewerkschaft mit bundesweiten betrieblichen Aktionen untermauern.

Industriestrompreis
Strommasten im Morgenlicht vor einem Zementwerk in Rottweil. Foto: Silas Stein/DPA
Strommasten im Morgenlicht vor einem Zementwerk in Rottweil.
Foto: Silas Stein/DPA

Die Gewerkschaft IG BCE erhöht den Druck auf die Politik, einen Industriestrompreis einzuführen. »Worte, Papiere und allgemeine Bekundungen sind genug gewechselt. Jetzt geht es in die weitere Mobilisierung der Beschäftigten«, kündigte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis am Samstag an. Die Gewerkschaft zeigte sich enttäuscht, dass der sogenannte Brückenstrompreis nicht auf der Tagesordnung im Berliner Koalitionsausschuss am Freitag gestanden habe.

Bundesweit seien Dutzende betriebliche Aktionen geplant, unter anderem politische Mittagspausen, Demos und außerordentliche Betriebsversammlungen. »Wir müssen dringend handeln, damit die energieintensiven Industrien in die Transformation der heimischen Standorte investieren«, argumentierte Vassiliadis.

Die IG BCE fordert einen bis 2030 befristeten Preisdeckel für Strom, den größten Kostenblock für energieintensive Unternehmen. Die Gewerkschaft schloss sich dazu mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der IG Metall und Branchenverbänden zur »Allianz pro Brückenstrompreis« zusammen. Die Wirtschaft warnt vor einer Abwanderung von Unternehmen ins Ausland, weil Strompreise etwa in den USA und China deutlich niedriger sind.

Auch die Länder-Regierungschefs unterstützen die Forderung nach einem befristeten Industriestrompreis, der mit Steuermilliarden finanziert werden soll. Die Bundesregierung ist geteilter Meinung.

© dpa-infocom, dpa:231021-99-648303/2