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Dramatischer Rückgang bei Übernachtungen in Jugendherbergen

Die Jugendherbergen in Deutschland verzeichnen einen beispiellosen Zahleneinbruch bei den Übernachtungen. Der Grund, natürlich: die Corona-Krise. Trotzdem seien nur wenige Standort-Schließungen nötig.

Dramatischer Rückgang bei Übernachtungen in Jugendherbergen
Das Deutsche Jugendherbergswerk verzeichnete im ersten Corona-Jahr dramatische Einbußen, vor allem durch fehlende Klassenfahrten. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Das Deutsche Jugendherbergswerk verzeichnete im ersten Corona-Jahr dramatische Einbußen, vor allem durch fehlende Klassenfahrten. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

BERLIN. Häufig gähnende Leere auf den Herbergsfluren in der Corona-Pandemie: Die Übernachtungszahlen in deutschen Jugendherbergen sind 2020 um 63 Prozent eingebrochen.

An den 438 Standorten wurden nur noch 3,6 Millionen Übernachtungen gezählt (Vorjahr: 9,8), wie das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) am Donnerstag in Detmold mitteilte. Vor allem Schüler und andere Jugendgruppen, die normalerweise das wichtigste Gästesegment bilden, seien kaum noch gekommen. Mit Hilfe von Kurzarbeit in den meisten Bereichen, Investitionsstopps und Beihilfen von Bund und Ländern seien nur vereinzelte dauerhafte Standort-Schließungen notwendig geworden, sagte DJH-Hauptgeschäftsführer Julian Schmitz. Der Bestand blieb konstant: Bei sieben wieder- und neu eröffneten Häusern, gingen 2020 sechs Herbergen vom Netz, deren Schließung laut Schmitz durch die Corona-Krise allerdings allenfalls befeuert worden sei.

Die gemeinwohlorientierte Idee des Jugendherbergswesens habe in der Krise viel Rückhalt aus der Bevölkerung erfahren, betonte Vize-Geschäftsführer Oliver Peters. Das habe sich etwa in stabilen Mitgliederzahlen sowie einer guten Nachfrage von Familien über den Sommer hinweg gezeigt. So habe der Verband im vergangenen Jahr trotz Corona so wenige Austritte seiner knapp 2,4 Millionen Mitglieder verzeichnet wie seit zehn Jahren nicht. Außerdem hätten im Corona-Sommer auch vergleichsweise viele neue Gäste Jugendherbergen für sich entdeckt.

Daran will der Verband 2021 anknüpfen, hieß es: Mit flexiblen Stornierungsbedingungen und Hygienekonzepten stehe man bereit, sobald eine Wiedereröffnung möglich sei. Dennoch bestehe weiterhin Unterstützungsbedarf, den auch die Politik inzwischen erkannt habe, unterstrich Schmitz. Wieviel Unterstützung 2020 aus Bund- und Ländertöpfen geflossen sei, könne noch nicht abschließend beziffert werden. (dpa)