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Autobauer legen bei Umsatz und Gewinn deutlich zu

Die größten Autokonzerne der Welt wachsen im dritten Quartal kräftig. Ein Experte aber warnt, es laufe längst nicht mehr rund für die Branche. Was aber auch Folgen für Kunden habe.

Autobauer
Mitarbeiter des Stuttgarter Autoherstellers Mercedes-Benz in Sindelfingen. Foto: Bernd Weißbrod/DPA
Mitarbeiter des Stuttgarter Autoherstellers Mercedes-Benz in Sindelfingen.
Foto: Bernd Weißbrod/DPA

Die weltweit führenden Autobauer haben zuletzt ihre Umsätze und Gewinne kräftig gesteigert. Im dritten Quartal des Jahres stiegen die Umsätze der 16 größten Autokonzerne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 504 Milliarden Euro, die Gewinne vor Zinsen und Steuern (Ebit) legten um 35 Prozent auf 39 Milliarden Euro zu, wie aus einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) hervorgeht. Ein wichtiger Grund waren laut EY Währungseffekte in Japan, wo der schwache Yen den japanischen Autobauern ein Gewinnplus von 103 Prozent bescherte.

Mercedes-Benz bei Profitabilität vorne

Die Profitabilität - gemessen an der Ebit-Marge, die das operative Ergebnis ins Verhältnis zum Umsatz setzt - legte von 7,2 auf 8,6 Prozent leicht zu. Am profitabelsten ist demnach der deutsche Autobauer Mercedes-Benz mit einer Marge von 13 Prozent. Gefolgt von Toyota mit 12,6 Prozent und BMW (11,3 Prozent). Volkswagen landete mit 6,2 Prozent auf den hinteren Plätzen.

Dennoch laufe es für die weltweite Autoindustrie längst nicht mehr rund, sagte der Autoexperte und Leiter der Mobilitätssparte Westeuropa bei EY, Constantin Gall: »Das kommende Jahr wird deutlich herausfordernder.« Die Nachfrage nach Neuwagen schwächele, der Hochlauf der Elektromobilität stocke, der Preisdruck nehme zu. Probleme bei Einführung neuer Modelle belasteten die Profitabilität, weil der Umsatz fehle und Entwicklungskosten höher als geplant seien.

»Inzwischen regiert wieder der Rotstift«

Immer mehr Hersteller reagieren dem Experten zufolge mit Rabatten, günstigen Finanzierungsangeboten und Sondermodellen. Das belaste aber oft die Marge. Entsprechend wollen laut Gall viele Konzerne ihre Kosten senken. »Inzwischen regiert wieder der Rotstift, denn viele Autokonzerne leiden unter einer überbordenden internen Bürokratie und zu komplexen Abläufen – was hohe Summen verschlingt und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt«, sagte Gall.

Der Umstieg auf die Elektromobilität werde für die Branche zur entscheidenden Bewährungsprobe. »Aktuell nehmen allerdings die Sorgen zu, dass die Kunden den ambitionierten Umbau der Mobilität hin zu Elektromobilität nicht mitgehen«, sagte der EY-Experte. Der Markt werde zwar mit neuen E-Autos geflutet, doch die Kunden zeigten sich zurückhaltender als erwartet.

© dpa-infocom, dpa:231123-99-47148/2