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Analyse: Weniger Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen

Laut einer Analyse setzt Europa weniger auf fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung. Trotzdem müsse es einen massiven Vorstoß bei sauberer Energieerzeugung geben.

Solaranlage
Bei der Stromerzeugung aus Solarenergie ist ein Anstieg in Europa zu beobachten. Foto: Oliver Berg/DPA
Bei der Stromerzeugung aus Solarenergie ist ein Anstieg in Europa zu beobachten.
Foto: Oliver Berg/DPA

In der EU ist im ersten Halbjahr 2023 einer Analyse zufolge deutlich weniger Strom aus fossilen Energieträgern erzeugt worden als im Vorjahreszeitraum.

Demnach sank die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Erdgas und Kohle in der ersten Hälfte des Jahres um 17 Prozent im Vergleich zur ersten Hälfte 2022, wie aus einer heute veröffentlichten Untersuchung der Denkfabrik Ember hervorgeht. Zwischen Januar und Juni habe der Anteil fossiler Brennstoffe am Strommix in der EU 33 Prozent betragen.

Die Kohleverstromung ist demnach in der ersten Hälfte des Jahres in der EU im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent zurückgegangen, die Gaserzeugung um 13 Prozent. Bei der Stromerzeugung aus Solarenergie sei ein Anstieg um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Die Windenergieerzeugung stieg um 4,8 Prozent, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Rückgang fossiler Brennstoffe in ganz Europa

Grund für die Entwicklung ist den Autoren zufolge ein Rückgang der Nachfrage um 4,6 Prozent - zurückzuführen auf anhaltend hohe Gas- und Strompreise, eine geringere Industrieproduktion und eine Reihe von Maßnahmen für geringeren Verbrauch im Winter.

»Der Rückgang der fossilen Brennstoffe ist ein Zeichen der Zeit«, sagte Autor Matt Ewen. »Aber wir müssen sehen, dass saubere Energie die fossilen Brennstoffe schneller ersetzt. Ein massiver Vorstoß, vor allem bei Solar- und Windenergie, ist dringend erforderlich, um eine widerstandsfähige Wirtschaft in ganz Europa zu stützen.«

Der Rückgang fossiler Brennstoffe in der ersten Jahreshälfte sei in ganz Europa zu beobachten, wobei in elf Ländern ein Rückgang von mindestens 20 Prozent und in fünf Ländern - Portugal, Österreich, Bulgarien, Estland, Finnland - von mehr als 30 Prozent zu verzeichnen war.

© dpa-infocom, dpa:230830-99-05938/2