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USA: Mann erschießt drei Menschen und nimmt Geiseln

Ein Mann tötet drei Menschen, raubt ein Auto und verschanzt sich mit mehreren Geiseln in einem Wohnhaus. Nach Stunden des Bangens gelingt der Polizei die Festnahme.

Schüsse in Philadelphia
Polizisten umstellen das Haus in Trenton, in dem sich der mutmaßliche Täter mit seinen Geiseln verschanzt hat. Foto: Matt Rourke/DPA
Polizisten umstellen das Haus in Trenton, in dem sich der mutmaßliche Täter mit seinen Geiseln verschanzt hat.
Foto: Matt Rourke/DPA

In den USA hat ein Mann drei Menschen erschossen und sich anschließend mit mehreren Geiseln in einem Haus verbarrikadiert. Die Schüsse fielen am Samstagvormittag (Ortszeit) an zwei unterschiedlichen Orten in Falls Township, einem Vorort von Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Demnach stammten die Opfer aus dem familiären Umfeld des Schützen. Anschließend flüchtete der mutmaßliche Täter den Angaben nach mit einem geraubten Auto und verbarrikadierte sich schließlich in Trenton im angrenzenden Bundesstaat New Jersey mit mehreren Geiseln.

Einer Polizei-Spezialeinheit gelang es am Nachmittag, die Geiseln aus dem Haus in Trenton zu befreien. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie schwer bewaffnete Polizisten das Haus umstellten und nach und nach einzelne Menschen aus dem Gebäude retteten, etwa durch ein Fenster über ein Vordach und mithilfe einer Leiter. Der Tatverdächtige selbst verschanzte sich weiter in dem Haus und konnte erst Stunden später gefasst werden. Wie die Polizei mitteilte, war es ihm gelungen, unbemerkt aus dem Haus zu gelangen. Am Samstagabend (Ortszeit) wurde er demnach auf der Straße gestellt und festgenommen. 

Täter war mit einem Sturmgewehr bewaffnet

Bei dem Mann handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 26-Jährigen, der zuletzt wohnungslos gewesen sein soll. Als Tatwaffe nutze er demnach ein Sturmgewehr vom Typ AR-15. Gewalt durch Waffen hat in den USA ein verheerendes Ausmaß. Schusswaffen sind dort leicht erhältlich und massenhaft im Umlauf.

Regelmäßig erschüttern Attacken mit vielen Opfern das Land - etwa an Schulen, in Supermärkten, Nachtclubs oder bei großen Veranstaltungen. Aber auch private Auseinandersetzungen, Polizeikontrollen, Streitigkeiten zwischen Kriminellen oder Gangs enden weit häufiger als in anderen Ländern tödlich, weil viele Menschen in den USA Waffen bei sich tragen.

Parade zum St. Patrick's Day abgesagt

Der Fall erregte auch deshalb großes Aufsehen, weil der schwer bewaffnete Mann mehrere Stunden frei herumlief. Die Behörden in Falls Township und angrenzenden Gemeinden riefen ihre Einwohner bereits nach den ersten Schüssen am Vormittag dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. In Falls Township sollte es anlässlich des irischen St. Patrick's Day eigentlich einen Umzug geben. Dieser wurde laut dem örtlichen TV-Sender Fox29 aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Nach Angaben von Bezirksstaatsanwältin Jennifer Schorn tötete der Mann am ersten Tatort seine Stiefmutter sowie seine 13 Jahre alte Schwester. Drei Menschen, darunter ein Kind, konnten sich den Angaben zufolge vor dem Angreifer verstecken, »als der Täter durch das Haus ging und nach ihnen suchte«. Am zweiten Tatort erschoss der Mann demnach die Mutter zweier gemeinsamer Kinder und verletzte deren Mutter, indem er mit seinem Gewehr auf sie einschlug. Auch hier mussten den Angaben zufolge weitere Menschen, die sich in dem Haus aufhielten, die Tat mitansehen. Schließlich überfiel er auf einem öffentlichen Parkplatz einen Mann, bemächtigte sich dessen Autos und flüchtete nach Trenton, wo er sich in einem Haus verschanzte und mehrere Menschen in seine Gewalt nahm.

Verbot von Sturmgewehren nicht in Sicht

US-Präsident Joe Biden fordert immer wieder strengere Waffengesetze und hat Regelungen in der Vergangenheit immer wieder leicht verschärft. Ohne substanzielle Gesetzesänderungen sehen Experten allerdings keine Chance auf echte Veränderungen. Um die durchzusetzen, wären Biden und seine Demokraten auf die Kooperationsbereitschaft der Republikaner im Kongress angewiesen, doch die ist nicht in Sicht. Schon seine Vorgänger scheiterten immer wieder mit dem Versuch, das von parteipolitischen Gräben durchzogene Parlament zu einem Verbot von Sturmgewehren und zu anderen Schutzmaßnahmen zu bewegen. Die Bemühungen laufen auch ins Leere, weil die Waffenlobby vehement jeden Versuch bekämpft, Waffenbesitz stärker zu regulieren.

© dpa-infocom, dpa:240316-99-364189/4