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Umfrage: Fast zwei Drittel haben Angst vor Extremwetter

Starkregen, Dürre, Hitzerekorde: Das Extremwetter in Südeuropa besorgt auch die Menschen in der Bundesrepublik. Es gibt Kritik an der Bundesregierung - aber auch keine Änderungen im Reiseverhalten.

Unwetter in Reutlingen - Hagel
Nach dem Hagel-Unwetter im August 2023 waren die Straßen in der Innenstadt von Reutlingen mit einer hohen Hagelschicht überzogen. Foto: Schulz/DPA
Nach dem Hagel-Unwetter im August 2023 waren die Straßen in der Innenstadt von Reutlingen mit einer hohen Hagelschicht überzogen.
Foto: Schulz/DPA

Hitzewellen und Unwetter: Extreme Wetterereignisse treffen derzeit den Süden Europas, sind aber auch in Deutschland immer häufiger. Einer Umfrage zufolge haben knapp zwei Drittel der Erwachsenen hierzulande (61 Prozent) Angst vor Ereignissen wie Fluten, Tornados, Waldbränden oder extremer Hitze in Deutschland.

Die Organisation Campact hat die Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut Yougov in Auftrag gegeben. 42 Prozent fürchten demnach, dass sie selbst von Extremwetterereignissen in Zukunft betroffen sein könnten. 2 Prozent gaben demnach an, sogar schon betroffen gewesen zu sein.

Campact fordert »weit mehr Klimaschutz«

Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) sagt laut Umfrage, dass die Bundesregierung klimapolitisch zu wenig tue, um die Menschen in Deutschland vor Extremwetter zu schützen. 30 Prozent glauben, dass der Schutz ausreichend sei.

»Ob Starkregen, Dürre oder Hitzerekorde - die Klimakrise schlägt in diesem Sommer rund um den Globus so massiv zu wie noch nie und besorgt zurecht viele Menschen«, sagte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. »Die Antwort der Regierung auf einen Sommer der Wetterextreme darf nicht weniger, sondern muss weit mehr Klimaschutz sein.«

Eine ähnliche Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt, dass fast ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger auch eigene Konsequenzen aus den Folgen der extremen Wetterereignisse ziehen wolle. So möchten 30 Prozent der Befragten künftig seltener oder gar keinen Urlaub im Mittelmeerraum machen, um keine große Hitze oder Waldbrände zu erleben. 37 Prozent der Befragten haben hingegen nicht über Konsequenzen für sich nachgedacht.

Der Tourismus floriert

Derzeit beobachtet die Reisebranche noch kein neues Verhalten. So sagte etwa der Präsident des Deutschen Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig: »Aktuell zeigt sich keine Veränderung im Buchungsverhalten aufgrund der langanhaltenden Hitzewelle im Süden Europas.«

Beliebte Reiseländer in Südeuropa ringen in diesem Sommer mit großen Hitzewellen und heftigen Waldbränden. Auf Mallorca, der deutschen Reisehochburg schlechthin, stieg das Thermometer auf weit über 40 Grad. Andere Gebiete Südeuropas erreichten sogar über 45 Grad.

In Griechenland waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Hektar Wald, Buschland und landwirtschaftlich genutzte Regionen von Feuern zerstört worden. Besonders schlimm hatte es nach wochenlanger Trockenheit und einer längeren Hitzewelle die Insel Rhodos und die Region um den mittelgriechischen Ort Anchialos erwischt.

Wenn es darum geht, insgesamt mehr für den Klimaschutz zu tun, liegt eine Änderung des eigenen Kaufverhaltens weit vorne bei den Befragten: So gaben 77 Prozent an, sich vorstellen zu können, mehr lokale und saisonale Produkte zu kaufen. Dahinter liegt seltener Auto zu fahren (61 Prozent) und seltener zu fliegen (56 Prozent).

© dpa-infocom, dpa:230805-99-711325/5