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Todesursache des Schützen von Vieritz weiter ungeklärt

Rund 35 Stunden verschanzt sich ein schwer bewaffneter Mann in seinem Haus. Am Ende finden ihn die Polizeikräfte tot auf dem Dachboden. Zur Frage, wie der Mann ums Leben kam, hält sich die Staatsanwaltschaft bedeckt.

Vieritz
In der Gemeinde Milower Land in Brandenburg kam es zu einem Großeinsatz des SEK. Foto: Cevin Dettlaff/DPA
In der Gemeinde Milower Land in Brandenburg kam es zu einem Großeinsatz des SEK.
Foto: Cevin Dettlaff/DPA

Die Todesursache des Mannes, der sich am Wochenende in seinem Wohnhaus in Vieritz eineinhalb Tage bewaffnet vor der Polizei verschanzt hatte, ist weiter ungeklärt.

Die Leiche des Mannes sei am Sonntag obduziert worden und es gebe erste Erkenntnisse, sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christian-Alexander Neuling. Es ist demnach aber noch nicht abschließend geklärt, ob der Mann sich selbst getötet hat oder von einer Polizeiwaffe tödlich getroffen wurde. Der Mann wurde am Ende des Einsatzes in der Nacht zum Sonntag tot auf dem Dachboden gefunden.

Mehrere Schusswechsel mit der Polizei

Der Mann hatte sich während des Großeinsatzes in Vieritz am Freitag und Samstag mehrere Schusswechsel mit der Polizei geliefert. Die Polizisten wollten in dem Dorf in Brandenburg, das zur Gemeinde Milower Land gehört, einen Gerichtsbeschluss vollstrecken und ein Kind dem Jugendamt übergeben. Wegen möglicher Kindeswohlgefährdung waren auch Spezialeinheiten der Polizei beteiligt. Doch es gelang nicht, das Kind aus dem Haus zu holen. Zwei Männer verschanzten sich dort, auch das Kind und seine Mutter waren im Haus.

Einer der Männer wurde am Freitagabend festgenommen und kam in der Justizvollzugsanstalt Wriezen in Untersuchungshaft. Ihm werde der Besitz einer nicht unerheblichen Menge Cannabis sowie das Mitführen gefährlicher Gegenstände vorgeworfen, sagte Neuling. Dabei solle es sich um schussfähige Waffen handeln. »Dies muss aber noch untersucht werden«, betonte der Staatsanwalt.

Waffen und eine Handgranate im Haus gefunden

Die Mutter und das Kind konnten das Haus dann in der Nacht zum Samstag unverletzt verlassen. Das Kind wurde dem Jugendamt übergeben. Zum Geschlecht und dem Alter des Kinds wollte sich die Staatsanwaltschaft weiter nicht äußern.

Die Ermittler wollen derzeit keine Auskünfte zu den Beteiligten und den Hintergründen der Tat geben. Allerdings wurde nach Angaben der Polizei auf dem Gelände und in dem Haus eine Vielzahl von Waffen gefunden, darunter auch eine Handgranate. Das Haus war weiterhin abgesperrt. Ermittler durchsuchten das Objekt und sicherten Spuren. Am Nachmittag war vor Ort zu sehen, dass Einsatzkräfte mehrere Kisten mit Waffen und eine Armbrust aus dem Gebäude trugen.

© dpa-infocom, dpa:231113-99-924269/7