Logo
Aktuell Luftfahrt

Lufthansa streicht Begrüßung »Damen und Herren« auf Flügen: Twitteruser flippen aus

Auf die bekannte Begrüßung »Sehr geehrte Damen und Herren« auf den Flügen der Lufthansa soll in Zukunft verzichtet werden. Stattdessen sollen genderneutrale Begrüßungsformeln gewählt werden. Das sorgt im Netz bereits für kontroverse Diskussionen.

Reisewarnung für Kanaren
Eine Maschine der Fluggesellschaft Lufthansa startet bei regennasser Startbahn vom Flughafen Frankfurt (FRA) aus. Foto: Andreas Arnold/dpa
Eine Maschine der Fluggesellschaft Lufthansa startet bei regennasser Startbahn vom Flughafen Frankfurt (FRA) aus. Foto: Andreas Arnold/dpa

FRANKFURT. Die Lufthansa verzichtet auf ihren Flügen künftig auf die Begrüßungsformel »Sehr geehrte Damen und Herren«. Auch das englische »Ladies and Gentlemen« soll der bald Vergangenheit angehören. Stattdessen sollen die Crews ihre Gäste mit geschlechtsneutralen Formulierungen an Bord willkommen heißen. Das bestätigte am Dienstag eine Unternehmenssprecherin in Frankfurt. Die Regelung gilt für alle Airlines des Konzerns einschließlich der Gesellschaften Austrian, Swiss, Eurowings und Brussels Airlines. 

»Uns ist es wichtig, dass wir in unserer Ansprache alle berücksichtigen«, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. In Frage kämen ganz unterschiedliche Formulierungen wie »Guten Tag«, »Guten Abend« oder auch einfach »Herzlich willkommen an Bord«. Die Entscheidung läge jeweils beim Chef oder der Chefin der Kabine.

Bei der Umstellung handele es sich um einen »Prozess, der einen gewissen Zeitraum einnimmt«, so der Unternehmenssprecher. Die Bemühungen um eine genderneutrale Sprache seien dabei nicht nur auf die Fluggäste beschränkt, sondern bezögen sich auf den gesamten Lufthansa-Konzern.

Umfrage

Diese Ankündigung der Airline hat in den sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook eine teilweise kontroverse Diskussion ausgelöst. Bei Twitter wurde sie innerhalb kürzester Zeit zum Top-Thema des Tages. Während manche in ihren Kommentaren ihrem Unmut darüber Luft machen und Postings wie »Die Welt wird langsam bekloppt!!!!« oder »Wie wäre es die Begrüssung und überhaupt die Kommunikation ganz abzuschaffen« veröffentlichen, gibt es aber auch Zustimmung: »Das ist doch ein ganz normaler betrieblicher Vorgang, ein Integrationsansatz im Rahmen von Diversity, um vielfältig die Kundinnen und Kunden anzusprechen« heißt es da, oder »Was ist daran so schlimm, dass die Lufthansa ab sofort eine gendergerechte Sprache benutzt? Ich finde das sehr gut und andere Dienstleister sollten nachziehen«.

Andere wiederrum nehmen es mit Humor: »Servus Ihr Würschtl wär mir auch Recht« schreibt einer. Eine Frau kommentiert in deutlicher Sprache aber mit Humor: »Willkommen an Bord, liebe Reisenden, haben Sie an CO2-Ausgleich gedacht?« Auf Kurzstreckenflügen: »Liebe Kackbratzen, nehmt das nächste Mal gefälligst den Zug!« 

Das Thema ist offensichtlich auch gefundenes Fressen für Satire. So kommentiert die »heute-show«: »In Flugzeugen, die in Hamburg starten, soll es aber weiterhin einfach nur «Moin. Abflug!» heißen.« (GEA)