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Tiktok-Verbot auf Diensthandys in Frankreich

Die Kurzvideo-App ist zwar beliebt, aber eckt immer wieder an. Jetzt zieht Frankreich die Reißleine. Aber auch die Nutzung anderer Apps soll verboten werden.

Tiktok
Weltweit hat die App Tiktok mehr als eine Milliarde Nutzer. Foto: Marijan Murat
Weltweit hat die App Tiktok mehr als eine Milliarde Nutzer.
Foto: Marijan Murat

Frankreich will die Kurzvideo-App Tiktok von den Diensthandys aller Staatsbediensteten verbannen. Diese Anwendungen hätten nicht das nötige Niveau an Cybersicherheit und Datenschutz, teilte das zuständige Ministerium heute mit. Neben Tiktok sollen auch Twitter, Instagram oder Netflix untersagt werden. Das Verbot soll unverzüglich in Kraft treten.

Frankreich ist mit diesem Schritt nicht allein. Unter anderem in den USA, Deutschland und Großbritannien ist Tiktok auf Diensthandys von Regierungsmitarbeitern verboten, auch bei der EU-Kommission. In den USA wird derzeit über ein Verbot des vor allem bei Jugendlichen beliebten Dienstes diskutiert. Weltweit hat die App mehr als eine Milliarde Nutzer.

Auch die Parlamentsverwaltung in der Slowakei untersagt die Nutzung von Tiktok für alle Mitarbeiter. Das geht aus einer Mitteilung der Parlamentsdirektion hervor, aus der die Nachrichtenagentur TASR am Freitag zitierte. Die Anwendung werde in der kompletten Infrastruktur des Parlaments blockiert, so dass sich auch mobile Geräte, die die App installiert haben, nicht mehr mit dem Computernetzwerk des Parlaments verbinden können. Tiktok sammle »unangemessen große Mengen an Informationen«. Diese könnten »für einen gezielten Cyber-Angriff genutzt werden«, warnte die Parlamentsdirektion.

Tiktok steht zunehmend unter Druck, weil die Plattform zum aus China stammenden Bytedance-Konzern gehört. In den USA und Europa wird die Sorge geäußert, dass chinesische Behörden und Geheimdienste über Tiktok Daten über Nutzer sammeln oder sie beeinflussen könnten. Tiktok weist die Verdächtigungen zurück.

© dpa-infocom, dpa:230324-99-78176/3