Logo
Aktuell Netzwelt

Bericht: Altman spricht über Rückkehr zu OpenAI

Vor wenigen Tagen wurde der Manager vom Chefposten des von ihm mitgegründeten Unternehmens verdrängt. Danach wird sein Wechsel zu Microsoft bekannt. Nun machen Meldungen über eine erneute Kehrtwende die Runde.

Sam Altman
Doch wieder zu OpenAI? Sam Altman soll in Gesprächen mit dem Verwaltungsrat über eine Rückkehr in die Firma sein. Foto: Eric Risberg/DPA
Doch wieder zu OpenAI? Sam Altman soll in Gesprächen mit dem Verwaltungsrat über eine Rückkehr in die Firma sein.
Foto: Eric Risberg/DPA

Im Tauziehen und die Zukunft des ChatGPT-Entwicklers OpenAI zeichnet sich nach einem Medienbericht die nächste überraschende Wendung ab. Der am Freitag herausgedrängte Chef Sam Altman sei in Gesprächen mit dem Verwaltungsrat über eine Rückkehr in die Firma, berichtete der Finanzdienst Bloomberg. Zuvor war angekündigt worden, Altman gehe zum OpenAI-Investor Microsoft, um eine Forschungsabteilung aufzubauen. Allerdings drohten rund 700 der 770 Mitarbeiter von OpenAI, ihm zu folgen - was praktisch das Ende der Firma bedeuten würde.

Microsoft-Chef Satya Nadella zeigte sich in TV-Interviews am Montag offen für verschiedene Lösungen. Man werde mit Altman arbeiten, egal wo er sei. Bloomberg zufolge könnte Altman gemäß einem Szenario als Mitglied eines neuen Übergangs-Verwaltungsrates zurückkehren.

Unklar, was zur Trennung von Altman führte

Altman war am Freitag vom Chefposten des von ihm mitgegründeten Unternehmens verdrängt worden. Es hieß, er sei nicht aufrichtig in der Kommunikation mit dem Aufsichtsgremium gewesen. OpenAI nannte aber nie Details. Bloomberg zufolge forderte auch der als Interims-Chef eingesetzte Tech-Manager Emmett Shear inzwischen Informationen darüber an, was genau Altman vorgeworfen werde.

Medienberichten zufolge führte ein Richtungsstreit bei OpenAI zu Altmans Abgang. Einige Führungskräfte wie Technologiechef Ilya Sutskever seien der Ansicht gewesen, dass Altman die Software mit Künstlicher Intelligenz zu schnell und mit einem zu kommerziellen Ansatz auf den Markt bringen wolle. Sie hätten die Mehrheit des Verwaltungsrates auf ihre Seite gebracht. Inzwischen wechselte auch Sutskever ins Altman-Lager und bedauerte öffentlich seine Beteiligung an dessen Absetzung.

Konflikt zwischen Non-Profit und Gewinnorientierung

OpenAI war 2015 als eine Non-Profit-Organisation gegründet worden - mit der Mission, Künstliche Intelligenz im Interesse aller zu entwickeln. Als jedoch klar wurde, dass mit Spenden die nötigen Milliarden-Investitionen nicht aufzutreiben wären, wurde zusätzlich eine gewinnorientierte Firma mit Altman an der Spitze gebildet. Dieser holte unter anderem Microsoft als Investor an Bord und sicherte OpenAI damit den Zugang zur nötigen Rechenleistung. Der Konflikt zwischen den beiden Ansätzen wurde aber immer tiefer.

Der Chatbot ChatGPT kann Sätze auf dem sprachlichen Niveau eines Menschen formulieren. Seine Veröffentlichung vor rund einem Jahr löste einen KI-Hype aus. OpenAI wurde damit zu einem Vorreiter bei der Technologie. Microsoft ging einen milliardenschweren Pakt mit der Firma ein, um deren Technologie in Produkte des Konzerns zu bringen. Andere Tech-Schwergewichte wie Google, Amazon und der Facebook-Konzern Meta stellten Konkurrenz-Software vor.

© dpa-infocom, dpa:231121-99-31809/2