Rudi Höfer bringt nichts mehr aus der Ruhe. 80 Jahre alt ist der Mann aus Schwäbisch Hall, und mit dem Tannheimer Tal verbindet ihn seine große Leidenschaft: Das Ballonfahren. Seit 30 Jahren gibt es dort das internationale Ballonfestival, und anfangs war Höfer als Ballonpilot dabei.
Mit acht Ballonen, die in den Himmel aufstiegen, fing alles an. Doch das Festival wurde groß und größer, und Höfer stieg auf zum Organisator. Inzwischen sind mehr als 60 Teilnehmer dabei, und statt wie ursprünglich eine Woche dauert die Veranstaltung nun drei Wochen am Stück.
2026 geht das Festival von Sonntag, 11. Januar, bis Samstag, 31. Januar, über die Bühne. Dann erheben sich die farbenprächtigen Riesen wieder über die verschneiten Berge des Tannheimer Tals und zaubern ein einzigartiges Himmelsspektakel. Bei guten Wetterbedingungen sind sogar Panoramafahrten ins Allgäu oder übers Schloss Neuschwanstein möglich. Für Fotografen und Naturlieberhaber ein absoluter Höhepunkt.
Vom Wind getrieben
Höfer erklärt, warum das Ballonfahren in Tannheim so einzigartig ist: »Ballonfahrer sind normalerweise alle Flachlandfahrer. In den Bergen bei Schnee zu fahren, das ist das Höchste der Gefühle.« Gestartet wird im Hochtal auf 1.100 Metern. Hinauf geht es auf bis 3.000 Meter über die Berge. »Manchmal reicht der Blick bis zum Großglockner«, schwärmt Höfer.
Die meisten Teilnehmer kommen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Aber auch zwei Engländer und ein Israeli sind 2026 dabei. Gestartet wird jeden Tag zwischen 10:30 Uhr und 12:30 Uhr – außer das Wetter spielt nicht mit. Dann bleiben die Ballone am Boden.
Höfer selbst hat eine Lieblingsroute. Die kann er allerdings nur bei Nordwind machen. »Da können wir nicht im Hochtal starten und fahren deshalb von außerhalb rein ins Tannheimer Tal.« Eine Fahrt dauert normalerweise 90 Minuten, manchmal aber auch länger als zwei Stunden – je nachdem, wann ein Pilot einen Landeplatz findet. Lenken können die Piloten ihre Ballone übrigens nicht, »aber die Winde ausnutzen«, betont Höfer. Wobei auch das seine Grenzen hat. »Meistens treibt uns der Wind irgendwo hin«, sagt der Organisator, der inzwischen von seiner Tochter bei der Ausrichtung der Veranstaltung unterstützt wird.
Ein besonderes Erlebnis bietet auch das Ballonglühen: An drei Dienstagabenden – am 13. Januar in Nesselwängle, am 20. Januar in Jungholz und am 27. Januar in Grän – lassen die Piloten ihre Luftschiffe zu synchroner Musik bunt auflodern und tauchen die Umgebung in magisches Licht.
Viele Sonnenstunden
Wer nicht nur gefahren, sondern selbst sportlich aktiv werden will, hat im Tannheimer Tal viele Möglichkeiten. Winterwanderer, Schneeschuhläufer und Tourengeher finden zahlreiche Routen im Tal und auf den Bergen. Vier kleine, feine Gebiete mit insgesamt 33 Pistenkilometern bringen zudem Skifahrer und Snowboarder in Schwung. Egal, ob Grän, Zöbeln, Schattwald oder Tannheim: die Pisten liegen vor der Haustür.
Deutlich größer ist die Auswahl für Ski-Langläufer. Mehr als 140 Kilometer präparierte Loipen schlängeln sich durchs Hochtal. Ideal auch für Anfänger, da das Gelände zwischen Schattwald und Grän flach ist. Weiterer Vorteil: Wegen der Ost-West-Ausrichtung des Tals gibt es viele Sonnenstunden. Spannende Langlauf-Programme wie das »Skate-Girls«-Event (Samstag 24. Januar 2026) runden das Angebot ab. Beim Langlauftest am 14. Februar können Fischer-Ski sowie Skiwachs von HWK beim Sportcenter Nesselwängle ausprobiert werden. Zudem werden Techniktrainings mit Langlauflehrern angeboten.
Petra Deng von der Ski- und Radschule Alpstern weiß: »Langlaufen ist wieder hip geworden. Die Menschen wollen sich bewegen«. Aus Erfahrung rät sie zu Technik- oder Sicherheitstrainings. »Das Bremsen will gelernt sein«, betont sie. Selbst ein Anfänger habe nach zwei Kursstunden schon wertvolle Grundkenntnisse erworben. Danach gelte es »Kilometer zu machen«.
Auch im Sommer empfiehlt sie vor allem solchen Radlern, die eigentlich mit Radfahren aufgehört hatten und nun aber dank des E-Bikes wieder im Sattel sitzen: »Absolvieren Sie einen Fahrkurs. Das ist sinnvoll.« Denn hoch auf den Berg »bringt einen der Motor, doch bergab auf Schotter- und Forstwegen bekommen viele Angst.« Da ist es durchaus hilfreich, wenn man weiß, wie man lenken und bremsen sollte. (GEA)
INFOS TANNHEIMER TAL
Winteropening vom 12. bis 14. Dezember, Shuttle ab Ulm
Der Start in die Wintersaison wird im Tannheimer Tal am dritten Adventswochenende, von Freitag 12., bis Sonntag, 14. Dezember gefeiert. Die sechs Orte haben jeweils einen Themenschwerpunkt: Schattwald: Wissen trifft Genuss Tannheim: Familienerlebnis Jungholz: Balance für Körper und Geist Zöblen: Testival für Aktive – getestet werden können Ski alpin, Schneeschuhe, Skitouren, Telemark und mehr. Nesselwängle: Langlauf und Winterzauber Grän: Für Jung und Junggebliebene – Warm-up-Party auf der Sonnenalm, Tourengeherabend aufs Füssener Jöchle und mehr. Wer im Winter einen Mindestaufenthalt von drei Nächten bucht, erhält Lifttickets in folgenden Zeiträumen bei den Bergbahnen Tannheimer Tal von Montag bis Donnerstag inklusive: 15. bis 18. Dezember, 12. bis 15. Januar, 19. bis 22. Januar, 26. bis 29. Januar und 9. bis 12. März An Samstagen fährt vom 13. Dezember bis 11. April 2026 ein Shuttlebus von Ulm aus kostenlos ins Tannheimer Tal. Abfahrt auf der Rückseite des Bahnhofs Ulm (Schillerstraße): 14.30 Uhr, Ankunft nach rund 90 Minuten. Rückfahrt vormittags ab Tannheimer Tal, Ankunft in Ulm gegen 13.30 Uhr. Anmeldung erforderlich unter www.tannheimertal.com/bahnanreise

