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Aktuell Ausflugstipp

Das Kleinod im Ried

Bad Waldsee im Landkreis Ravensburg ist Moorheilbad und Kneipp-Kurort. Außerdem hat das Städtchen viel gotische und barocke Architektur sowie Freizeitmöglichkeiten auch für Junge und Junggebliebene zu bieten.

Foto: Mirjam Sperlich
Foto: Mirjam Sperlich

Wer durchs flache Ried nach Bad Waldsee kommt – Rad fahrende Touristen tun dies gerne auf dem Radwanderweg Donau – Bodensee  – dem fallen von Weitem die Türme der Stiftskirche St. Peter ins Auge. Sie ist eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten in der historischen Altstadt und markiert den Beginn des 1181 gegründeten Waldseer Augustiner-Chorherrenstifts. Ab 1580 wurde sie neu erbaut mit zwei Säulenreihen, Spitzgewölben und sechs geschnitzten Altären. Die Türme kamen später. Das spätgotische Rathaus und das barocke fürstliche Wasserschloss sind weitere Baudenkmale, die einen Besuch der farbenfrohen Fußgängerzone zu einem Spaziergang durch die Kunst- und Architekturgeschichte machen. Geschäfte, Cafés und Restaurants laden zum Bummeln und Verweilen ein.

Das ehemalige Heilig-Geist-Spital ist ein Hingucker in der Altstadt. Foto: Mirjam Sperlich
Das ehemalige Heilig-Geist-Spital ist ein Hingucker in der Altstadt.
Foto: Mirjam Sperlich

Mitten im Ort ist das ehemalige Heilig-Geist-Spital, heute als Altenheim genutzt, mit seiner bunten neogotischen Kapellenfassade ein Hingucker.

Die gepflegte Altstadt liegt zwischen zwei Seen – dem Stadtsee  und dem etwas kleineren Schlosssee, der touristisch nicht erschlossen ist. Der Stadtsee macht seinem Namen alle Ehre – er liegt tatsächlich mitten in der Stadt und ist Teil des Freibads. Der Ruderverein nutzt ihn als Trainingsgewässer, es gibt auch eine Bootsvermietung. Vom historischen Wurzacher Tor sind es nur wenige Schritte am See entlang, und man sieht die 90-Meter-Rutsche, eine der Hauptattraktionen des Strand- und Freibades. Schwimmer, die gerne naturnah unterwegs sind, kommen im See auf ihre Kosten, auf alle anderen warten ein Sportbecken, ein Nichtschwimmerbecken und ein Kinderplanschbecken. Auch Spielgelegenheiten und Strandbadgastronomie sind vorhanden.

Infos für den Ausflug nach Bad Waldsee

Anreise

Von Reutlingen nach Bad Waldsee sind es (über Zwiefalten, Riedlingen, Bad Saulgau)  95 Kilometer, Fahrzeit eine Stunde 40.

Wandern

Mit 180 Kilometern Länge bietet das Bad Waldseer Wanderwegenetz viel Abwechslung. Einige der drei bis elf Kilometer langen Touren können miteinander verknüpft und so zu Tagestouren ausgedehnt werden. Eine Wander- und Freizeitkarte im Maßstab 1:25.000 gibt es in der Touristinfo neben dem Rathaus und im Haus am Stadtsee.

07524 94-1342

www.bad-waldsee.de/tourismus 

Einkehr- und Übernachtungstipps

Kremsuppe vom Spinat mit gebähtem Brot, gebratenes Huhn mit Stachelbeeren, grüne und gelbe Butterknöpfle mit Kraut & Rüben und zur Nachspeise "Mandeleis mit Kirschen" bilden ein Menü im Grünen Baum, wo in einem stilecht hergerichteten Nebensaal barocke Menüs mit musikalischer Begleitung angeboten werden. Für die sorgt der Barde Bernhard Bitterwolf, der mit seinen barocken Instrumenten die vergangene Zeit wieder aufleben lässt. Unterhaltsam und informativ sind seine Erklärungen und Histörchen, mit denen er Essen und Musik begleitet.

07524 97900

www.baum-leben.de 

Aufgrund der Corona-Einschränkungen sind die Tages-Einzeltickets fürs Freibad begrenzt. Vor dem Besuch empfiehlt sich ein Blick auf den Counter, der regelmäßig aktualisiert wird und anzeigt, wie viele Tickets verfügbar sind ( www.bad-waldsee.de/info/strand-und-freibad).

Still und entspannt zeigt sich die Natur, wenn man aus der historischen Innenstadt ins Umland von Bad Waldsee geht: Weite Wiesen und Feldlandschaften, mäandernde Bäche, tiefe Weiher  und eine wilde Riedlandschaft prägen das Herz Oberschwabens rund 40 Kilometer nördlich des Bodensees. Zehn Rundwanderwege sind um den Ort ausgeschildert.

Foto: Mirjam Sperlich
Foto: Mirjam Sperlich

Der 6,5 Kilometer lange »Storchenweg am Herrschaftsried« beispielsweise führt durch die fast mystische Riedlandschaft, und ist Heimat für zahlreiche Amphibien und Reptilien, Libellen- und Schmetterlingsarten. Durch den urtümlichen Durlesbachtobel, vorbei am Kloster Reute, führt eine sechs Kilometer lange Wanderung zum Bahnhof Durlesbach – bekannt aus dem Volkslied »Auf de schwäbische Eisebahne …«. Zu sehen ist dort allerdings nur noch eine Skulptur des Bäuerle, das seinen Geißbock an den Zug bindet.

Kleiner Abstecher: Bei der Guten Beth

Rund fünf Kilometer sind es von Bad Waldsee zu den  Franziskanerinnen von Reute. Deren Kloster ist ein Ort der Besinnung und ein Wallfahrtsort. Die Ursprünge des Klosters gehen zurück ins Jahr 1403. Damals begannen fünf Frauen in einer Klause ein Leben nach der Regel des Heiligen Franziskus in Armut, Abgeschiedenheit, Arbeit, Meditation und Gebet. Eine dieser Frauen war die später seliggesprochene Elisabeth Achler (1386–1420) aus Bad Waldsee, heute Gute Beth genannt. Sie gilt als eine der letzten Mystikerinnen des Mittelalters. Sie erlebte ekstatische Zustände, trug die Wundmale Christi und soll drei Jahre gelebt haben ohne zu essen. Einer ihrer Eingebungen folgend, stießen die frommen Frauen auf eine Quelle. Bis heute fließt Wasser aus dem Brunnen der Guten Beth für Pilger und Besucher. Besonders sehenswert beim Rundgang über das Klostergelände ist die barocke Pfarr- und Wallfahrtskirche mit dem Grab der Guten Beth.

Heute befindet sich auf dem Klosterberg ein spirituelles Zentrum, das Männer und Frauen dazu einlädt, ihre Sorgen abzuladen und innere Ruhe zu finden. Es gibt ein Gästehaus mit 120 Betten. Ein Teil des Klostergartens ist als Apothekergarten angelegt – gegliedert in Bereiche wie Herz/Kreislauf, Magen/Darm, Atemwege, auch ein Hildegard von Bingen-Beet ist angelegt. Kräuter und Blumen für die Tees- und Würzmischungen, die im Klosterladen verkauft werden, werden auf Ackerstreifen jenseits des Schaugartens angebaut.

Für Familien ist das Freizeitgelände Tannenbühl eine echte Attraktion – eine naturnah gestaltete Spiel- und Erholungslandschaft. Neben verschiedenen Spielmöglichkeiten, einem Bolzplatz am Fuße der Grillhütte und Wildgehegen bietet der Tannenbühl einen Kletterpark im Wald. Hier gibt es Kletterspaß satt, für Kraxler ab drei Jahren im Kiddy-Parcours.

www.abenteuer-kletterpark-tannenbuehl.de 

Foto: Mirjam Sperlich
Foto: Mirjam Sperlich

Der GEA Sommer

TransAlblust 1 Albstadt-Ebingen–Fridingen: 29. 7.

Auf dem Höchsten in Oberschwaben: 1. 8.

TransAlblust 2 Fridingen–Sigmaringen: 5. 8.

Baiersbronn im Nordschwarzwald: 8. 8.

TransAlblust 3 Sigmaringen–Trochtelfingen: 12. 8.

Esslingen und der Neckar: 15. 8.

TransAlblust 4 Trochtelfingen–Ebingen: 19. 8.

Rötenbachschlucht im Südschwarzwald: 22. 8.

TransAlblust 5 Ehingen–Westerstetten: 26. 8.

Das Krebsbachtal im Hegau: 29. 8.

TransAlblust 6 Westerstetten–Heidenheim: 2. 9.

Auftanken in Bad Waldsee: 5. 9.

TransAlblust 7 Heidenheim–Nördlingen: 9. 9.

Traufgänge und Hütten um Albstadt: 12. 9.