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Aktuell Kommentar

Wahlen in der Ukraine: Trump verbreitet russische Narrative

Wie GEA-Redakteur Ulrich Häring mit Entsetzen feststellt, dass sich Trump schon wieder vor Putins Karren spannen lässt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht nach Kritik Donald Trumps über mögliche Wahlen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht nach Kritik Donald Trumps über mögliche Wahlen. Foto: Press Service Of The President
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht nach Kritik Donald Trumps über mögliche Wahlen.
Foto: Press Service Of The President

REUTLINGEN. Es ist schmerzlich anzusehen, wie US-Präsident Trump erneut den verzweifelten Wolodymyr Selenskyj auf offener Weltbühne bloßstellt. Er bezeichnet den legitimen Präsidenten der Ukraine als »Diktator ohne Wahlen« - wohl nicht ohne einen Anflug von Neid, betrachtet man Trumps Einstellung zur Demokratie. Er stellt öffentlich Selenskyjs Legitimation in Frage und verbreitet mal wieder die russischen Narrative, genau wie mit dem 28-Punkte-Friedensplan aus Putins Feder. Es ist eine Schande!

Selenskyj muss Erniedrigung erdulden

Ohne die Hilfe seiner Verbündeten kann die Ukraine auf Dauer nicht ihre Freiheit und Lebensart gegen den übermächtigen Gegner Russland verteidigen. Aus Angst den - wenn auch wankelmütigen - Verbündeten USA vollends zu verlieren, erklärt sich der ukrainische Präsident zu Neuwahlen bereit. Auch wenn dies angesichts der chaotischen Zustände in einem Land, auf das täglich russische Drohnen und Raketen niederregnen, völlig unrealistisch ist. Genau wie die Sicherheitgarantien, die dafür nötig wären.

Europa muss näher zusammenrücken

Dabei interessiert sich Trump für so etwas wie demokratische Legitimation nicht im Mindesten. Er will einfach schnell einen Haken hinter diesen lästigen Krieg in Europa machen. Und wenn dieser Dickkopf von Selenskyj nicht bald die weiße Fahne schwenkt, dann spurt ja vielleicht der nächste Präsident der Ukraine. Hauptsache der Rubel rollt wieder im Handel mit Russland, und Trump ist wieder einen Schritt näher am ersehnten Friedensnobelpreis. Unter Trump haben die USA den Werten der westlichen Welt den Rücken gekehrt und orientieren sich in Richtung der Autokratien mit ihrer machiavellistischen Weltanschauung. Europa wird zum einsamen Rufer in der Wüste und wird enger zusammenrücken müssen, um zu bestehen in einer Welt, in der wirtschaftliche Erpressung und militärische Operationen wieder zum Tagesgeschäft gehören.

ulrich.haering@gea.de