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Venezuela: Der Stachel im Fleisch der USA

US-Präsident Trump
Seit Wochen verschärft Trump den Ton gegenüber Venezuela. Foto: Evan Vucci/DPA
Seit Wochen verschärft Trump den Ton gegenüber Venezuela.
Foto: Evan Vucci/DPA

Venezuela ist das ölreichste Land Lateinamerikas und ein Gründungsmitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder. Seit 1999 der gescheiterte Putschist Hugo Chávez gewählt wurde, dem 2013 dessen Kronprinz Nicolas Maduro nachfolgte, wird das Land von Linkspopulisten autoritär regiert. Die Ideologie von Chávez und Maduro ist es, mit Kuba und Russland gegen die USA zu kooperieren. Venezuela ist deshalb ein Stachel im Fleisch der US-Präsidenten.

Während die Vorgänger von US-Präsident Donald Trump die venezolanische Opposition vor allem rhetorisch und möglicherweise mit Geheimdienst-Operationen unterstützten, verschärft der rohstoffaffine Trump den Kurs gegenüber dem linken Vorposten im Hinterhof der Vereinigten Staaten. Trump tut dies wahlweise unter dem Vorwand der Drogen- oder mittlerweile auch der Terrorbekämpfung.

Venezuela ist nach 25 Jahre Herrschaft der Populisten wirtschaftlich am Ende, die Ölproduktionsanlagen sind marode. Trump soll Maduro in einem persönlichen Telefonat freies Geleit bei einer Ausreise angeboten haben. Ob der US-Präsident tatsächlich eine groß angelegte Invasion in dem südamerikanischen Land plant, ist unsicher. Für Trump wäre es riskant. Denn er hat seinen Anhängern eigentlich versprochen, dass die USA nicht mehr den Weltpolizisten geben. Deshalb scheint es Trumps Strategie zu sein, Maduro so lange einzuschüchtern, bis er die Macht in seinem Land freiwillig abgibt.

 

martin.zimmermann@gea.de