REUTLINGEN. Die Regierung hat das eigene Überleben gesichert - auf Kosten von Deutschlands Zukunftsfähigkeit. Die Koalition beschloss am Freitag drei Rentengesetze, die Senioren finanziell besser stellen. Die Kosten trägt die junge und mittlere Generation. Dieser Altersgruppe wurde mit der für 2026 angekündigten großen Reform Entlastung versprochen. Doch das ist im Super-Wahljahr unwahrscheinlich. Vor harten Einschnitten zulasten der Rentner dürften dann alle Parteien zurückschrecken.
Menschen, die ein Leben lang hart gearbeitet haben, steht im Alter ein ordentliches Einkommen zu. Wobei selbst die Festschreibung des Rentenniveaus auf 48 Prozent bis 2031 bei kleinen und mittleren Einkommen schmerzhaft ist. Von der Anrechnung längerer Kindererziehungszeiten auf die Mütterrente dürften vor allem »Hausfrauen« mit kurzer Lebensarbeitszeit profitieren. Der Steuerfreibetrag auf Arbeitseinkommen nach Eintritt des Rentenalters ist attraktiv für Senioren mit geringen Pensionen. All das sind Maßnahmen gegen Altersarmut.
Doch was für den einzelnen Rentner gerecht ist, bringt bei 21 Millionen Rentnern die Generationengerechtigkeit in Schieflage. Immer weniger junge Menschen finanzieren immer mehr alte Menschen mit. Nicht nur bei Rente, auch bei Krankheit und Pflege. Die Versicherungsbeiträge für Arbeitnehmer liegen bei etwa einem Fünftel des Bruttolohns. Und sie werden weiter steigen. Allerdings, ohne dass die Beitragszahler ihrerseits im Alter auf eine angemessene Versorgung durch den Staat hoffen dürfen. Stattdessen sollen sie privat vorsorgen - was viele angesichts steigender Lebenshaltungskosten nicht können. Das sorgt für Frust. (GEA)

