REUTLINGEN. Eines vorneweg: Politisch motivierte Anschläge auf Infrastruktur, Politiker, die Bevölkerung oder einzelne Personen dürfen von niemandem geduldet, unterstützt oder gerechtfertigt werden. Dafür stehen unser Grundgesetz und unsere Rechtsordnung. Deshalb ist es in erster Linie egal, ob Straftaten aus dem rechten oder dem linken Spektrum begangen werden. Am Rande schlimmer Geschehnisse politische Scheindebatten aufzumachen, um Wählerstimmen zu gewinnen oder um von den eigentlichen Problemen abzulenken, ist schäbig.
Radikale Straftäter von links oder rechts müssen, egal, ob sie hehre Ziele vorschieben, für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Dafür gibt es Gesetze und Strafverfolgungsbehörden. Diese tun ihr Möglichstes, um die Täter, auch die des Anschlags von Berlin, ihrer gerechten Strafe zukommen zu lassen. Die Politik sollte der Polizei die Verfolgung der Täter überlassen und sich lieber um die handfesten Probleme in diesem Land kümmern, denn die bereiten den Menschen Sorgen und treiben manche sogar in die Radikalität.
Zerstörung und Gewalt sind aber nicht der Weg in unserer Republik, Dinge zu verändern. Unter radikalen Taten leidet nämlich immer nur der Normalbürger. Und der steht, egal ob progressiv oder konservativ, in seiner großen Mehrheit immer noch fest auf dem Boden der Demokratie. Wer wirklich etwas bewegen will, engagiert sich, für seine Mitmenschen und dreht ihnen nicht unkontrolliert den Strom ab.

