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Mieten: In der Wohnung gefangen

Mietwohnungen in Berlin
Die Mieten steigen weiter, vor allem in den großen Metropolen und anderen Großstädten in Deutschland (Archivbild). Foto: Monika Skolimowska/DPA
Die Mieten steigen weiter, vor allem in den großen Metropolen und anderen Großstädten in Deutschland (Archivbild).
Foto: Monika Skolimowska/DPA

Viele Bürger würden sich gerne räumlich verändern, bleiben jedoch – vor allem in den Städten – in einer Wohnung, die nicht ihren Bedürfnissen entspricht. Etwa Senioren: Der Partner ist gestorben, die Kinder sind erwachsen und fortgezogen, und so lebt ein älterer Mensch nicht selten in drei oder vier Zimmern, die beheizt und sauber gehalten werden müssen. Oft nicht, weil er sich nicht von seinem gewohnten Umfeld trennen will, sondern weil er keine kleinere Bleibe findet, die er bezahlen kann.

Auf der anderen Seite: Familien, die in beengten Verhältnissen gefangen sind, weil sie sich die Miete einer größeren Wohnung nicht erlauben können und selbst kleinere bei Neuvermietung teurer sind als die jetzige. Menschen, die nicht üppig verdienen, etwa Krankenpfleger, Erzieherinnen, Polizisten, Verkäuferinnen oder Kellner, ziehen aus der Stadt, in der sie arbeiten und gebraucht werden.

Das ist eine bedenkliche Entwicklung. Menschen sind aus Kostengründen in ihrer Wohnung gefangen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Ein sozialer Sprengsatz, der nicht mit Mietpreisbremsen oder Enteignungen, sondern nur mit einem funktionierenden Wohnungsmarkt und einem entsprechenden Angebot zu entschärfen ist. Die Koalition ist mit dem Bauturbo einen ersten Schritt gegangen, dem jedoch weitere folgen müssen: Senkung der Baukosten, verlässliche Förderprogramme, eine intelligente Grundstückspolitik, weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen – die Instrumente sind bekannt.

 

politik@gea.de