Das Verkaufsverbot von Lachgas und K.o.-Tropfen ist ein längst überfälliges Signal in der deutschen Drogenpolitik. Bei Lachgas ist in den vergangenen Jahren eine besorgniserregende Entwicklung zu beobachten: Der verbreitete Missbrauch als Partydroge ist vor allem für junge Menschen eine enorme Gesundheitsgefahr. Sie unterliegen dem fatalen Irrtum, dass das, was nicht verboten ist, so schlimm schon nicht sein kann.
K.o.-Tropfen wiederum stehen für eine besonders perfide Form von Gewalt, weil sie Menschen schutzlos, willenlos und sexuell gefügig machen. Oft trifft es Frauen, die in der Disco oder im Club auf einen Drink eingeladen werden oder nicht merken, dass ihnen etwas ins Getränk gemischt wird. Die Opfer können sich später zumeist an nichts erinnern, wachen mit Schmerzen und voller Scham auf. Es wurde höchste Zeit, dass der Staat regulierend einschreitet.
Allerdings gibt es Knackpunkte. Die Abgrenzung zwischen legaler und illegaler Verwendung ist schwierig. Lachgas und der Wirkstoff der K.o.-Tropfen wird weiter medizinisch und technisch gebraucht. Lässt sich der Missbrauch tatsächlich unterbinden, ohne legitime Zwecke zu blockieren? Zudem dürfte der Schwarzmarkt rasch reagieren, die Angebote wandern womöglich ins Internet ab. Doch immerhin kann niemand mehr behaupten, er habe nicht gewusst, dass Lachgas nicht harmlos ist.

