REUTLINGEN. Wer nicht rauchen möchte, der soll es auch nicht müssen, schon gar nicht passiv. Entsprechend sinnvoll ist es, den Nichtraucherschutz auszubauen, gerade in Bereichen, in denen Kinder betroffen sein könnten. Längst überfällig war, dass die neuen E-Shishas oder E-Zigaretten ebenfalls unter das Verbot fallen. Sie mögen zwar kein Nikotin enthalten, doch belästigt das »Gedampfe« mindestens genauso schlimm wie der klassische Glimmstängel. Ferner können die Inhaltsstoffe der fruchtigen Nebelmaschinen die Gesundheit ebenso, wenn nicht schlimmer, negativ beeinflussen als das Rauchen.
Zudem sind die meisten Änderungen nicht so schlimm. Wer anständig war, hat sich die Kippe auf Spielplätzen ohnehin verkniffen, und warum es auf Schulhöfen immer noch Raucherbereiche gibt, bleibt ein Rätsel. Dass den Beamten nun die Raucherzimmer gestrichen werden, bedeutet für manche einen Umweg auf den Hof der Behörde, ist aber ein verschmerzbarer Eingriff. Und ob künftig direkt an der Bushaltestelle oder zehn Meter daneben geraucht wird, macht wohl nur bei Regen einen echten Unterschied.
Was ein harter Eingriff sein wird, sind die neuen Verbote in Freibädern, Zoos oder Freizeitparks. Diese werden sicher auf Unverständnis stoßen und Ärger auslösen. Genau hier zeigt sich nämlich die faule Stelle im Kompromiss der Landesregierung. Denn meistens bewegen sich die Menschen dort unter freiem Himmel und mit Abstand, während sie sich in Festzelten, Biergärten, der Außengastronomie oder in Stadien dicht an dicht drängen. Auch dort halten sich häufig viele Kinder und Jugendliche auf. Dennoch bleiben diese Orte weiterhin riesige Zonen, in denen keine Trennung zwischen Rauchern und Nichtrauchern vorgenommen wird. So bleibt dies ein guter Schritt beim Nichtraucherschutz, aber dennoch nur ein weiteres Etappenziel.

