REUTLINGEN. Mobilität bedeutet für Jugendliche ein Stück Selbstständigkeit – und sie ist längst nicht überall selbstverständlich. In der Stadt kommt man oft ohne Auto aus. Auf dem Land sieht die Realität anders aus: Wer jung und mobil sein will, dem bleibt häufig nur das alte, knatterige Mofa von Opa oder der Bus, der nur fünfmal pro Tag in Richtung Zivilisation fährt. Als gebrandmarktes Dorfkind kann ich die Forderung der CSU nach einem früheren Führerschein nur unterstützen. Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für ihre Eltern, könnte eine Umsetzung eine große Entlastung bedeuten.
Gerade bei Schülern mit vielen Terminen bedeutet Mobilität für die Familie nämlich oft eine logistische Herausforderung. Statt jede Fahrt selbst zu übernehmen – sei es zum Sport, zu Freunden oder zur Ausbildung –, können Eltern die Verantwortung schrittweise abgeben, bis das Kind letztlich alleine unterwegs sein darf.
Zwar warnen Kritiker demhingehend vor mehr Unfällen, doch die Zahlen lassen anderes vermuten: Laut Verkehrsstatistik verunglücken Jugendliche, die begleitet fahren, deutlich seltener als Gleichaltrige ohne Begleitung. Viele junge Menschen verzichten nach aktuellem Standard ohnehin ganz auf das begleitete Fahren und legen ihren Führerschein bewusst auf den 18. Geburtstag. Der CSU-Vorschlag dürfte die Unfallzahlen daher keineswegs verschlechtern – im Gegenteil. Durch die längere Übungszeit unter Aufsicht könnten junge Fahrer sogar noch sicherer werden. (GEA)

