REUTLINGEN. Ob bei Demonstrationen, Einsätzen in sozialen Brennpunkten, an Bahnhöfen oder der Grenze, in Deutschland ist die Gewaltbereitschaft gestiegen, moniert die Polizeigewerkschaft. In vielen dieser Einsatzbereiche ist die Bundespolizei tätig. Bisher griffen die Beamten zu Schlagstock, Pfefferspray oder Dienstwaffe. Der in vielen Ländern eingesetzte Taser ist nun eine weitere Möglichkeit, einzugreifen. Doch die Elektroschocker erfordern einen sehr verantwortungsvollen Umgang.
Kritiker bemängeln, dass die Geräte auch tödlich sein können, besonders für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein wichtiges Argument, das in die Handlungsanweisungen für Polizisten einfließen muss. Ferner sollte es Regeln geben, um eine inflationäre oder leichtfertige Verwendung zu verhindern. Trotz bester Regeln wird der Einsatz der Geräte sicher weiterhin strittig bleiben.
Es gibt jedoch ein wichtiges Argument, für die Einführung. Im Ernstfall muss ein bewaffneter aggressiver Straftäter effektiv gestoppt werden, um das Leben von Einsatzkräften oder Unbeteiligten zu schützen. So kam es im Südwesten erst vor wenigen Wochen zu tödlichen Schüssen aus Dienstwaffen. Ob diese gerechtfertigt waren, entscheiden jetzt Gerichte. Von den Urteilen hängen aber nicht nur berufliche Schicksale ab. Die betroffenen Polizisten müssen, selbst wenn sie uneingeschränkt richtig gehandelt haben, mit den psychologischen Folgen oft lange leben. Bisher blieb im Extremfall oft nur der Schuss aus der Dienstwaffe. Der Taser bietet nun vielleicht eine nicht-tödliche Option.

