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Wim Wenders und Ilker Catak für Oscar nominiert

Im vorigen Jahr holte das Antikriegsdrama »Im Westen nichts Neues« vier Oscars, darunter den Preis als »Bester Internationaler Film«. Jetzt sind Wim Wenders und Ilker Catak unter den Nominierten - für Japan und Deutschland.

Wim Wenders
Wim Wenders, deutscher Regisseur, vor der Premiere seines Wettbewerbsfilmes »Perfect Days«. Wenders ist in der Sparte bester internationaler Film für einen Oscar nominiert. Foto: Stefanie Rex/DPA
Wim Wenders, deutscher Regisseur, vor der Premiere seines Wettbewerbsfilmes »Perfect Days«. Wenders ist in der Sparte bester internationaler Film für einen Oscar nominiert.
Foto: Stefanie Rex/DPA

Die deutschen Regisseure Wim Wenders und Ilker Catak sind mit ihren Filmen »Perfect Days« (für Japan) und »Das Lehrerzimmer« (für Deutschland) in der Sparte bester internationaler Film für einen Oscar nominiert. Das gab die Film-Akademie in Los Angeles am Dienstag bekannt.

Neben Deutschland und Japan sind drei weitere Länder in der Sparte »International Feature Film« vertreten: Italien (»Io Capitano«), Großbritannien (»The Zone of Interest«) und Spanien (»Die Schneegesellschaft«).

Konflikt an Schule und Toilettenreiniger

»Das Lehrerzimmer« handelt von einem Konflikt an einer Schule, der aus dem Ruder läuft. Im Zentrum steht eine junge Lehrerin (Leonie Benesch), die eine Diebstahlserie an ihrer Schule aufklären will.

»Perfect Days« spielt in Tokio und erzählt von einem Mann namens Hirayama (Koji Yakusho), der als Toiletten-Reiniger arbeitet, mit seinem einfachen Leben zufrieden scheint und sehr im Moment lebt.

Wenders: »Große Ehre«

Wenders hat mit Ehrfurcht auf seine Oscar-Nominierung reagiert. »Es ist so eine große Ehre für mich, Japan bei den Oscars zu vertreten, das Land meines großen filmischen Meisters Yasujiro Ozu! «Perfect Days» war von seinem Esprit getragen, also könnte ich nicht glücklicher sein über diese Nominierung«, teilte der 78-Jährige mit.

Wim Wenders
Ein Oscar fehlt Wim Wenders noch. Foto: Fabian Sommer/DPA
Ein Oscar fehlt Wim Wenders noch.
Foto: Fabian Sommer/DPA

Wenders war bereits dreimal für einen Dokumentarfilm-Oscar nominiert: 2000 mit der Musiker-Doku »Buena Vista Social Club«, 2012 mit dem 3D-Tanzfilm »Pina« über Pina Bausch sowie 2015 mit der Doku »Das Salz der Erde« über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. Am Ende ging der Regisseur aber immer leer aus.

Catak bereits als Student ausgezeichnet

Catak hat 2015 bereits einen Studenten-Oscar gewonnen. Sein Abschlussfilm »Sadakat« an der Hamburg Media School holte damals in der Sparte »Bester ausländischer Film« den Studenten-Oscar in Gold.

Ilker Catak
Ilker Catak hat für »Das Lehrerzimmer« den Deutschen Filmpreis in der Kategorie »Beste Regie« gewonnen. Foto: Hannes P. Albert/DPA
Ilker Catak hat für »Das Lehrerzimmer« den Deutschen Filmpreis in der Kategorie »Beste Regie« gewonnen.
Foto: Hannes P. Albert/DPA

Erst vier deutsche Produktionen gewannen bislang den Preis für den besten internationalen (nicht-englischsprachigen) Film. Vor »Im Westen nichts Neues« war das zuletzt 2007 Florian Henckel von Donnersmarck mit dem Stasi-Drama »Das Leben der Anderen« gelungen. 1980 hatte die Romanverfilmung »Die Blechtrommel« von Volker Schlöndorff den Auslands-Oscar erhalten, 2003 »Nirgendwo in Afrika« von Caroline Link.

Die 96. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Hollywood ist für den 10. März geplant.

© dpa-infocom, dpa:240123-99-720436/7