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Sotheby's versteigert Kafka-Brief über Schreibblockade

Jeder, der schreibt, kennt sie: die Angst vor dem leeren Blatt. Auch berühmte Autoren sind von ihr nicht befreit. Das zeigt ein Schriftstück, welches bald versteigert wird.

100. Todestag von Franz Kafka
Das Geburtshaus des Schriftstellers Franz Kafkas (1883-1924) am Altstädter Ring in Prag. Foto: Michael Heitmann/DPA
Das Geburtshaus des Schriftstellers Franz Kafkas (1883-1924) am Altstädter Ring in Prag.
Foto: Michael Heitmann/DPA

Ein seltener Brief von Franz Kafka über seine Schreibblockade wird beim Auktionshaus Sotheby's versteigert. Das einseitige Schriftstück werde zu einem Schätzpreis von 70.000 bis 90.000 Pfund (rund 82.000 bis 105.000 Euro) in einer Online-Auktion angeboten, teilte Sotheby's am Montag mit. Die Versteigerung beginne am 27. Juni und ende am 11. Juli.

Nach Angaben des Auktionshauses schrieb Kafka (1883 - 1924) den Brief im Frühjahr 1920 an seinen österreichischen Freund und Herausgeber Albert Ehrenstein, nachdem dieser ihn um einen Beitrag für seine Zeitschrift gebeten hatte. Darin gestand Kafka, dass er eine Schreibblockade habe. »Ich habe seit drei Jahren nichts mehr geschrieben, was jetzt veröffentlicht wird, sind alte Sachen«, zitiert Sotheby's den berühmten Autor.

Über die Blockade Kafkas ist dem Auktionshaus zufolge wenig bekannt. Erst nach seinem Tod sei dies durch seine persönlichen Tagebücher bekanntgeworden. »Dieser seltene Brief gibt einen Einblick in die Gemütsverfassung des großen Schriftstellers in einer turbulenten Phase seines Lebens«, sagte Gabriel Heaton, Experte bei Sotheby's, laut Mitteilung. Das Schriftstück zeige, wie das Schreiben ihn gefordert habe.

Kafkas Erzählungen und Romane zählen zum Kanon der Weltliteratur. Er selbst durfte das nicht mehr erleben. Am 3. Juni 1924 starb Kafka mit nur 40 Jahren an Tuberkulose.

© dpa-infocom, dpa:240603-99-261149/3