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»As Bestas« gewinnt Goya-Filmpreis

Im südspanischen Sevilla wurden die renommierten Goya-Filmpreise der spanischen Filmakademie überreicht. Bei der live im Fernsehen übertragenen 37. Gala wurde auch ein großer Regisseur geehrt, der eben erst gestorben ist.

Goya-Filmpreis in Sevilla
Die französische Schauspielerin Juliette Binoche hält eine Rede, nachdem sie den Internationalen Goya-Preis erhalten hat. Foto: Jose Breton
Die französische Schauspielerin Juliette Binoche hält eine Rede, nachdem sie den Internationalen Goya-Preis erhalten hat.
Foto: Jose Breton

Der spanisch-französische Thriller »As Bestas« über den tödlichen Konflikt zwischen einem zugezogenen französischen Paar und Einheimischen in einer ländlichen Region Spaniens ist der große Gewinner der diesjährigen Goya-Filmpreise. Die Arbeit von Regisseur Rodrigo Sorogoyen wurde nicht nur mit dem Goya-Preis für den besten Film ausgezeichnet, sondern erhielt auch acht weitere Preise in den Kategorien Regie, Drehbuch, bester Hauptdarsteller (Denis Ménochet), Filmmusik, Kamera, Schnitt, Ton und bester Nebenschauspieler (Luis Zahera).

Posthume Auszeichnung für Carlos Saura

Die Gala der 37. Preisverleihung durch die spanische Filmakademie am Samstagabend in Sevilla war geprägt vom Gedenken an den erst am Vortag im Alter von 91 Jahren gestorbenen Regisseur Carlos Saura (»Carmen«). Posthum wurde er mit einem Ehren-Goya ausgezeichnet. Die Bronzebüste des Malers Francisco de Goya wurde Angehörigen überreicht. Saura galt als einer der wichtigsten spanischen Regisseure der vergangenen Jahrzehnte. Viele der ausgezeichneten Künstler und Künstlerinnen bezeichneten Saura in ihren Dankesreden als eines ihrer wichtigsten Vorbilder.

Der Gewinner des Abends, »As Bestas« (Galicisch: Die Bestien), erzählt die Geschichte der Franzosen Antoine und Olga, die auf der Suche nach dem einfachen und natürlichen Leben auf dem Land in eine abgelegene Region Galiziens ziehen. Die anfangs gutnachbarlichen Beziehungen zu einer einheimischen Familie verschlechtern sich mit den Jahren immer mehr, bis ein Sohn der einheimischen Familie Antoine erschießt.

Der Film wurde von einer wahren Geschichte inspiriert, in der die fremden Zuzügler jedoch die Niederländer Martin Verfondern und Margo Pool waren. Ähnlich wie in dem Film wurde Martin, der aus Deutschland stammte, 2010 von einem geistig behinderten Einheimischen erschossen. Margo lebt noch heute in der Gemeinde Santa Eulalia und versorgt Ziegen.

Ehrung für Juliette Binoche

Ebenfalls sehr erfolgreich war der Film »Modelo 77« über eine Gefängnisrevolte in Barcelona. Die Arbeit von Alberto Rodríguez erhielt sechs Goyas in Kategorien wie Produktion, Szenenbild, Spezialeffekte, Kostüme oder Maske. Den Goya-Preis als beste Hauptdarstellerin bekam Laia Costa für ihre Rolle in dem Film »Cinco Lobitos«.

Den »Goya Internacional« erhielt die französische Schauspielerin Juliette Binoche. Als bester europäischer Film wurde der norwegische Film »The worst person in the world« von Joachim Trier ausgezeichnet. Der Preis für den besten iberoamerikanischen Film ging an »Argentina 1985«, ein Politthriller von Santiago Mitre um den ersten großen Strafprozess gegen Mitglieder der Militärdiktatur.

© dpa-infocom, dpa:230212-99-566406/2