REUTLINGEN. Der Diesel ist wohl doch nicht ganz aus dem Rennen. Manche Fahrzeug-gattungen sind in Kombination mit einem Selbstzünder fast unschlagbar. Soll ein mehr als zwei Tonnen schweres Auto in die Pötte kommen, ist Drehmoment gefragt. Auch in Sachen Verbrauch ist ein voller Dieseltank Garant dafür, weit zu kommen. Überdies sind moderne Diesel-Triebwerke nicht mehr schmuddelig.
Wir fuhren den Audi Q5 40 TDI quattro. Freilich gibt es auch einen rein elektrisch angetriebenen Q4 E-Tron, der guten Schub vom Start an verspricht. Da empfiehlt sich aber für eine regelmäßige Nutzung eine häusliche Strom-Infrastruktur und eine gute Vorausplanung auf längeren Reisen. Und die meisten Käufer wünschen es eben unproblematisch, so wie sie es gewohnt sind. In den TDI setzt man sich rein und fährt – sehr gut übrigens. Interieur, Bedienkonzept und die ausgewogene Mischung aus klassischen Tasten und weiteren Optionen des Touchscreens tragen dazu bei, dass man sich schnell und intuitiv zurechtfindet. Komfort und Verarbeitung sind Audi-like absolut ansprechend.
Das 7-Gang S-Tronic-Doppelkupplungsgetriebe und auch der Allradantrieb gehören serienmäßig dazu. Eine tadellose Traktion bei allen Wetterlagen und fast unmerkliche Gangwechsel sind Programm.
Matrix-LED-Augen
Zu den äußerlichen Besonderheiten zählen die Matrix LED-Scheinwerfer sowie Heckleuchten mit Schlusslichtsignatur. Dies wird optional angeboten und kostet auch mehr als 2.000 Euro extra.
Innen fällt das große, zentral platzierte Display ins Auge. Wer auf Drehregler oder »Knöpfe« nicht gänzlich verzichten möchte, ist hier glücklich: den Lautstärkeregler beispielsweise gibt es noch.
Das fahrerorientierte Cockpit ist erfreulich schlicht und sachlich gehalten. Unser Lederlenkrad zeigt sich griffig. Die Sitze lassen sich so verstellen beziehungsweise anpassen, dass auch längere Oberschenkel Kontakt zum Gestühl haben. Ablagen gibt es für unseren Geschmack genügend und das Handschuhfach ist verschließbar. Die A-Säule fällt filigran aus, was eine gute Sicht ermöglicht. Wenn man jedoch vom Außenspiegel per Lichtsignalen gewarnt wird, dass sich ein überholendes Fahrzeug von hinten nähert, kommt das fast einem Blitzlichtgewitter gleich. Assistent hin oder her, das blendet einfach. Ein weiterer Punkt, der uns nicht so gefällt: Der mächtige Wählhebel lässt sich weder leicht noch intuitiv auf »P« stellen, da muss man etwas fummeln.
Viel Stauraum
Ablagen sind genügend vorhanden und das Handschuhfach lässt sich abschließen. Der Kofferraum erlaubt deutlich mehr als leichtes Gepäck und lässt sich elektrisch schließen und öffnen.
Unser Testwagen, der auch bei höheren Tempi durch Laufruhe und eine gute Straßenlage überzeugt, kam preislich auf mehr als stolze 70.000 Euro – mit fürstlicher Ausstattung im Gegenzug. Wer diesen Selbstzünder wählt, kann aber auch mit gut 20.000 Euro weniger an den Start gehen – je nach dem, welche Extras verzichtbar sind. (GEA)



