Reutlingen.Wenn Ulrike Köhler um Mitternacht im Druckzentrum Neckar-Alb erscheint, ist die GEA-Produktion voll im Gange. Dann kann die Geschäftsführerin im Leitstand mitverfolgen, wie die Drucker an den Reglern die Farben optimieren, während Tausende von Zeitungsseiten durch die Druckmaschine Wifag rasen. Diese Zeitungsrotation ist das Herzstück des Druckzentrums. 14 Meter ragen die Drucktürme in die Höhe. Aktuell lagern rund 300 Tonnen Papier auf mannshohen Rollen unter der Halle. Für eine Ausgabe des Reutlinger General-Anzeigers werden zwei bis drei Rollen benötigt, im Jahr sind es rund 1.200 Tonnen.
Wenn die Papierrollen per Lkw im Lager ankommen, werden sie mithilfe von Klammerstaplern nach Breite und Papierart sortiert. Für die Produktion werden sie im Rollenkeller unter der Druckmaschine angeklebt. Ohne Farbe kein Vierfarbdruck. Neben Schwarz werden Cyan, Magenta und Gelb benötigt – die Grundfarben, aus denen die gewünschten Farbtöne gemischt werden. Sieben Tonnen lagern in großen Tanks, über Leitungen erreichen die Farben die Wifag. Bevor es los geht, müssen noch die biegsamen Druckplatten in die Druckmaschine eingehängt werden. Sie sind aus Aluminium und werden danach recycelt.
Und los geht’s, der Drucker im Maschinenleitstand drückt auf den Knopf und das Monster springt an. Das Zeitungspapier wird von der Rolle in rasantem Tempo durch die Druckmaschine gezogen und jede Seite nach und nach mit den Farben bedruckt. Dabei rast das Papier durch die Wifag hoch in die Drucktürme und zurück. Automatisch wird die Papierbahn in Bögen geschnitten, jeder ist beidseitig mit vier GEA-Seiten bedruckt. Die Bögen werden in Windeseile zur Zeitung gefaltet, rasen über ein Transportsystem an der Decke entlang und werden mit Prospekten bestückt – bevor sie als Zeitungspaket den Versand verlassen.