REUTLINGEN. Alle Achtung, VfL. Mit einer famosen Kollektivleistung hat der Pfullinger Handball-Verbandsligist dem Staffel-3-Spitzenreiter Spitzenreiter TSV Deizisau die zweite Saisonniederlage eingebrockt. »Hammerabwehr. Hartnäckig und bissig«, sagte Jakob Roth nach dem unerwarteten 25:21 (14:11)-Triumph gegen den Favoriten, der dem VfL den dritten Sieg bescherte, den zweiten hintereinander. Roth stand im Zentrum der Defensive, mal mit Hannes Werner, mal mit Jannis Probst.
In dieser Verfassung muss dem VfL unter Coach Florian Möck nicht bange sein. »Die Mannschaft wächst von Woche zu Woche«, betonte Rath – und fügte an: »Der Trainer hat ein klares Konzept. Und wenn wir uns daran halten, dann wird das eine richtig gute Rückrunde.«
»Die Mannschaft wächst von Woche zu Woche«
Vollauf zufrieden äußerte sich auch Torwart Marc Sänger nach der fantastischen Abwehrarbeit seiner Vorderleute und den eigenen elf Paraden, davon zwei immens wichtigen in der Schlussphase. »Wir sind deutlich stärker als im Vorjahr. Flo macht geile Sachen im Training. Das wirkt«, sagte Sänger, der 69 Sekunden nach Spielbeginn gleich einen Siebenmeter entschärft hatte. Auch der zweite Deizisauer Strafwurf (6.) brachte kein Tor.
Dennoch kamen die Pfullinger nach 17:13-Führung (37.) noch einmal in die Bredouille, als die Gäste zum 21:21 ausgeglichen hatten. Der VfL wankte in diesem Kampf auf Biegen und Brechen, fiel aber nicht. Auch nicht, als Jakob Roth, der Turm in der Abwehr, vier Minuten vor Spielende seine zweite Zeitstrafe absaß. Denn seine Teamkollegen ließen auch in Unterzahl nichts mehr zu. Und vorne klappte zum Schluss hin mit einem Viererpack durch Philipp Mager, Zweifach-Torschütze Matthias Reiff und Michael Reisch alles wie am Schnürchen.
Auch mit der SG Ober-/Unterhausen ist wieder fest zu rechnen – und prompt taucht im kommenden Heimspiel am Samstag der neue Tabellenführer HV RW Laupheim unterm Schloss auf. Die Lichtensteiner hatten bei der SG Herbrechtingen-Bolheim mit 34:33 (16:18) die Nase vorn und feierten damit ihren zweiten Auswärtserfolg hintereinander. »Wir haben 60 Minuten gekämpft und nicht eine Sekunde an uns gezweifelt. Das war der Schlüssel«, betonte der neunfache Torschütze Kai Lehmann.
»Wir haben nicht eine Sekunde an uns gezweifelt«
Dabei waren die letzten Spielminuten nichts für schwache Nerven. Nach Zwei-Tore-Rückstand (30:32/54.) glich die SG rasch aus. Beim Stand von 33:33 vereitelte Torwart Mersid Memisahovic 30 Sekunden vor der Schlusssirene ein mögliches Tor für die Gastgeber. Wenige Augenblicke vor Spielende setzte Trainer Tobias Wild auf den siebten Feldspieler – mit krönendem Erfolg. Denn Florian Grauer netzte mit der Schlusssirene und Tor Nummer neun zum Triumph in letzter Sekunde ein.
Den Bock umgestoßen hat der Aufsteiger TSV Betzingen, der nach drei herben Auswärtsniederlagen mit bis zu zwölf Toren Unterschied beim TV Gerhausen mit 32:29 (19:14) gewann und sich durch den Erfolg etwas Luft im Abstiegskampf verschaffte. Chris Kern, der den beruflich verhinderten Cheftrainer Jens Demel vertrat, zeigte sich zufrieden: »Wie die Jungs ins Umschaltspiel gekommen sind, war richtig stark. Das war ein Sieg, den wir uns als Team erarbeitet haben.« Denn in der Anfangsphase haperte es an der Abstimmung in der Abwehr und die Hausherren nutzten die Lücken konsequent. Nach knapp 17 Minuten sahen sich die Betzinger mit 7:12 im Hintertreffen.
Dann aber lief der Klassenneuling zur Bestform auf und drehte den Spieß mit einem beeindruckenden 11:2-Lauf um. Die Weichen für den Sieg waren somit gestellt. Mit ach Treffern ragte der in München studierende Leopold Heinzmann erstmals als erfolgreichster Torschütze bei den Betzingern heraus.
Auch bei der Spvgg Mössingen in der Staffel 2 geht’s wieder voran. Mit einem unbändigen Schlussspurt nach 29:32-Rückstand riss das Team von der Steinlach die Kohlen noch aus dem Feuer und behielt gegen die SF Schwaikheim mit 33:32 (17:19) die Oberhand. In den verbleibenden vier Minuten bis zum Abpfiff trafen Ruben Gesk, Torwart Friedrich Gückel und schließlich Maximilian Wernz per Doppelschlag. (gri)


