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Wilder Sieg gegen Eintracht Frankfurt: VfB Stuttgart springt auf Platz drei

Nach einer verrückten Schlussphase gewinnt der VfB Stuttgart im Bundesliga-Topspiel mit 3:2 gegen Frankfurt. Ein Eintracht-Spieler hilft dem Hoeneß-Team.

Freut sich über ein Geschenk, das zum Tor führt: VfB-Stürmer Ermedin Demirovic (Mitte).
Freut sich über ein Geschenk, das zum Tor führt: VfB-Stürmer Ermedin Demirovic (Mitte). Foto: Katharina Kausche/dpa
Freut sich über ein Geschenk, das zum Tor führt: VfB-Stürmer Ermedin Demirovic (Mitte).
Foto: Katharina Kausche/dpa

STUTTGART. Erleichtert ballte Trainer Sebastian Hoeneß die Faust und schnaufte dann einmal ganz tief durch. In einem Bundesliga-Knallerspiel mit fulminanter Schlussphase sicherten sich seine Stuttgarter Fußballer einen knappen 3:2 (2:1)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt. »Der Lucky Punch ist am Ende verdient«, freute sich der VfB-Coach nach der Partie, die interessante Geschichten schrieb.

- Früher Rückstand

Noch bevor es am Dienstagabend so richtig losgegangen war, lagen die Gastgeber aus Stuttgart zurück. Nach einer Ecke von Ritsu Doan auf den kurzen Pfosten köpfte Rasmus Kristensen überlegt und kaum haltbar ins lange Eck (5. Minute). In der Folge ließen die Schwaben zunächst Durchschlagskraft vermissen. Der Plan des Hoeneß-Teams, mit vielen Spielern immer wieder ins Sturmzentrum zu rotieren, um zum Erfolg zu kommen, ging nicht auf. Doch der Kontrahent half.

- Santos mit Blackout

Das Frankfurter Experiment, Torwart-Talent Kaua Santos nach der Winterpause wieder als Stammtorwart zu etablieren, scheint sich nicht auszuzahlen. Denn ausgerechnet der in der ersten Saisonhälfte schon immer wieder unglücklich agierende Schlussmann brachte den VfB Stuttgart zurück in die Partie und später zur Führung. Das 1:1 durch Startelf-Comebacker Ermedin Demirovic (27.) war ein Geschenk. Der 22-jährige Keeper versuchte, eine Flanke unbedrängt zu fangen, doch die Kugel rutschte ihm in unerklärlicher Weise aus den Händen und dem VfB-Angreifer direkt vor die Füße.

VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt
Folgenschwerer Fehler: Frankfurts Torwart Kaua Santos beim 1:1. Foto: Tom Weller/DPA
Folgenschwerer Fehler: Frankfurts Torwart Kaua Santos beim 1:1.
Foto: Tom Weller/DPA

»Das war ein bisschen wacklig«, analysierte sein Trainer Dino Toppmöller. »Das Tor hat bei uns den Knoten gelöst«, sagte Hoeneß. Auch vor dem 2:1 sah der Brasilianer nicht gut aus. Eine weitere vermeintlich harmlose Hereingabe faustete er dieses Mal unkontrolliert weg. Die Aktion wurde zum Boomerang. Verrückt: Später wurde Santos fast noch zum Helden. Beim Stand von 2:2 (83.) rettete er im Eins-gegen-Eins mit einer starken Parade gegen Deniz Undav.

- Undav in Schlitzohr-Manier

Nach der zweiten schwachen Abwehr von Santos landete der Ball beim VfB und schnell im Sechzehner bei Undav. Der Torjäger stoppte die Kugel im vollen Lauf abrupt mit der Hacke, ließ seinen Gegenspieler aussteigen und schlenzte den Ball mit dem anderen Fuß ins lange Eck (36.) zur 2:1-Führung. Zwei schnelle Kontakte. Tor. Es war ein Treffer in seiner bekannten Schlitzohr-Manier.

VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt
Flachschuss zur Stuttgarter Führung: Deniz Undav traf zum 2:1. Foto: Tom Weller/DPA
Flachschuss zur Stuttgarter Führung: Deniz Undav traf zum 2:1.
Foto: Tom Weller/DPA

Auch sonst agierte der 29-Jährige auffällig. Tauchte immer wieder als Anspielstation im Mittelfeld auf, dann wieder in der Sturmspitze. Die Szene, die zum Siegtreffer von Nikolas Nartey (87.) führte, leitete er später mit einem feinen Steckpass ein. Der formstarke Offensivmann empfahl sich einmal mehr für die Nationalmannschaft.

- Formkurve bei Führich zeigt nach oben

Neben Undav einer der auffälligsten Akteure im Spiel der Schwaben: der agile Chris Führich. Über die linke Seite war er kaum zu verteidigen und flitzte immer wieder Richtung Grundlinie durch. Lediglich die Effektivität stimmte nicht. Seine Flanken wurden meist gerade noch verteidigt, ein feiner Schlenzer nach einem der vielen Dribblings ging Zentimeter am langen Pfosten vorbei (58.). Es war eine von zahlreichen guten VfB-Chancen nach der Halbzeitpause.

- Verrückte Schlussphase

Weil Stuttgart es verpasste, nach dem 2:1 nachzulegen, kam es zu einer verrückten Schlussphase, in der das Spiel in jede Richtung gehen hätte können. Zunächst erzielte Eintracht-Joker Ayoube Amaimouni-Echghouyab den Ausgleich (80.), doch die Heimelf schlug zurück. In Minute 87 brachte dann Nartey den VfB nach einer Hereingabe mit 3:2 in Führung und versetzte die MHP-Arena in Ekstase. Danach rettete Torwart Alexander Nübel dreimal in höchster Not und hielt den Erfolg fest. »Am Ende ist es verdient«, bilanzierte Hoeneß nach dem Zittersieg trotz guter Leistung.

- Stuttgart bleibt eine Heimmacht

Der VfB Stuttgart bleibt vor heimischem Publikum eine absolute Macht. Wettbewerbsübergreifend verloren die Schwaben in der MHP-Arena gerade mal eine Partie aus den vergangenen elf Heimspielen und feierten dabei neun Siege. Was für eine Statistik. (GEA)