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VfB Stuttgart: Was wird aus Daniel Didavi?

In der Mercedesstraße wird an der Zukunft gearbeitet. Die finanziellen Verluste durch die Coronakrise machen das Geschäft für den Sportdirektor nicht leichter.

Hofft noch auf eine Zukunft beim VfB: Daniel Didavi. Foto: Gora/dpa
Hofft noch auf eine Zukunft beim VfB: Daniel Didavi.
Foto: Gora/dpa

STUTTGART. Als in Köln von Cheftrainer Pellegrino Matarazzo die Auswechselspieler auf der Tribüne gesucht und gefunden wurden, merkte man Daniel Didavi die gespannte Erwartung an. Und auch die Enttäuschung, als andere ausgewählt wurden – und nicht der unumstrittene Regisseur vergangener Tage.

Die Dinge haben sich geändert in Stuttgart. Didavis Vertrag läuft Ende der Saison aus. Und seine Zukunft beim VfB Stuttgart ist offen. Wie auch die von Kapitän Gonzalo Castro, die von Innenverteidiger Marcin Kaminski und Angreifer Hamadi Al-Ghaddioui. Sportdirektor Sven Mislintat kündigte nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg beim 1. FC Köln »baldige Gespräche« an, dämpfte aber zugleich die Erwartungen: »Wir müssen sehen, was in unserer aktuellen Finanzsituation machbar und sinnvoll ist.«

Entschieden ist noch nichts, aber es scheint keineswegs übertrieben, wenn man annimmt, dass die Chancen von Castro auf eine Vertragsverlängerung weitaus höher einzuschätzen sind als die der anderen. »Ich mache mir da momentan wenig Gedanken, ich lasse die Gespräche auf mich zukommen. Ich will noch weiter Fußball spielen«, sagt Castro. Und wenn nicht beim VfB Stuttgart, dann andernorts. Bei den verletzungsanfälligen Didavi, Kaminski und Al-Ghaddioui sieht die Sache vermutlich anders aus. Kaminski hat momentan ebenso wenig Einsatzchancen in der Abwehr wie Al-Ghaddioui im Angriff, die Zeichen deuten eher auf ein Ende der Zusammenarbeit.

Und bei Didavi wird es davon abhängen, wie viel Einsatzzeiten er in der laufenden Saison noch bekommt. Momentan scheinen die Chancen jüngerer Zeitgenossen bei Matarazzo größer. Dass der Club durch die Coronakrise über 30 Millionen Euro weniger zur Verfügung hat, wird sich bemerkbar machen. Daran ändern auch die zweckgebundenen 25 Millionen Euro der Kreditanstalt für Wiederaufbau nichts. Und auch nicht, dass Mitarbeiter und Profis einer zweiten Welle eines spürbaren Gehaltsverzichts ohne Murren zugestimmt haben.

Mislintat wird darauf achten müssen, welche Spieler aus dem Kreis der Etablierten über die Saison hinaus für den VfB noch wichtig sein werden. Der in die Regionalliga abgeschobene Ex-Nationalspieler Holger Badstuber wird den Club auf jeden Fall verlassen. Ailton ist nach Dänemark gewechselt und Maxime Awoudja zum Drittligisten Türk Gücü München. Torwart Gregor Kobel wird mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht.

Der nächste Gegner der Stuttgarter ist der voraussichtliche Absteiger Schalke 04. Mislintat unterschätzt den Gegner dennoch nicht: »Schalke hat nichts mehr zu verlieren. Wir sind Favorit, aber das heißt nicht, dass wir der sichere Sieger sind.«

Weitere drei Punkte würden das Stuttgarter Konto auf 32 Punkte erhöhen, damit wäre der Klassenerhalt sicher. Eigentlich. Mislintat sieht das anders: »Wir brauchen 40 Punkte, das war und ist unser Ziel. Daran halten wir fest.« Und wenn es soweit ist, ist der Kopf frei für die Vertragsgespräche. (GEA)