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VfB Stuttgart stellt 33 Jahre alte Rekordmarke ein

Die Stuttgarter haben die ersten fünf Bundesliga-Heimspiele gewonnen. Gegen den FC Augsburg setzt sich der VfB mit 3:2 durch. Das Spiel hat einige interessante Geschichten zu bieten. Eine davon liefert natürlich Sandro Wagner.

Stuttgarts Matchwinner: Doppelpacker Deniz Undav (weißes Trikot).
Stuttgarts Matchwinner: Doppelpacker Deniz Undav (weißes Trikot). Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Stuttgarts Matchwinner: Doppelpacker Deniz Undav (weißes Trikot).
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

STUTTGART. Das gab's zum letzten Mal vor 33 Jahren in der Saison 1992/1993 unter Christoph Daum! Der VfB Stuttgart hat die ersten fünf Bundesliga-Heimspiele der neuen Saison gewonnen. Gegen den FC Sandro Wagner - sorry, natürlich Augsburg - setzte sich der DFB-Pokalsieger mit 3:2 (2:2) durch und steht damit jetzt punktgleich mit dem kommenden Gegner Borussia Dortmund auf Tabellenplatz vier. Das Team von VfB-Trainer Sebastian Hoeneß trotzte am Sonntag nach einem spektakulären ersten Durchgang gegen sehr gallige und stark aufspielende Augsburger sogar zwei Rückständen. Was hatte das Duell gegen die Fuggerstädter alles zu bieten?

- Erster Undav-Doppelpack seit September 2024
Er ist wieder da. Deniz Undav wurde mit einem Doppelpack zum Matchwinner bei den Hausherren. Das 2:2 erzielte der 29-Jährige mit einem präzisen Kopfball, das 3:2 mit einem Schuss aus 16 Metern, bei dem Augsburg-Keeper Finn Dahmen nicht gut aussah. »Er bewegt sich langsam wieder zu alter Form aus seinen besten Tagen. Nach seiner Verletzungsrückkehr hat er sehr viel gespielt, mehr als geplant. Doch für uns ist es wichtig, dass wir mit Deniz da vorne einen haben, der eine richtige Torgefahr erzeugt«, sagte Hoeneß. Den letzten Doppelpack - es war sein insgesamt Vierter im VfB-Trikot - hatte Undav übrigens im September 2024 beim 5:1-Kantersieg gegen den BVB erzielt.

Zeigt erneut eine gute Leistung: VfB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou.
Zeigt erneut eine gute Leistung: VfB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Zeigt erneut eine gute Leistung: VfB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou.
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

- Zagadou's beeindruckende Zahlen
Drei von vier Tacklings gewonnen, in sechs von neun Zweikämpfe am Boden als Sieger gegangen und zehn von elf Kopfballduelle für sich entschieden: VfB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou, der an beiden Gegentoren ohne Schuld war, zeigte in seinem zweiten Startelf-Einsatz nach 13-monatiger Verletzungspause, erneut eine bärenstarke Leistung und holte sogar noch den Elfmeter vor dem 1:1 durch Maximilian Mittelstädt raus. »Super«, lobte Trainer Hoeneß den so talentierten Franzosen und ergänzte: »Bei ihm geht es nur darum, dass er stabil und fit bleibt. Daxo hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell er wieder auf sehr gutem Niveau agieren kann.« Dem 26-Jährigen ist nur Gesundheit zu wünschen. Denn über alles andere verfügt Zagadou.

Nur bei dem Freistoß strahlte VfB-Offensivspieler Badredine Bouanani (Nummer 27) so etwas wie Gefahr aus.
Nur bei dem Freistoß strahlte VfB-Offensivspieler Badredine Bouanani (Nummer 27) so etwas wie Gefahr aus. Foto: Wolfgang Frank/Eibner
Nur bei dem Freistoß strahlte VfB-Offensivspieler Badredine Bouanani (Nummer 27) so etwas wie Gefahr aus.
Foto: Wolfgang Frank/Eibner

- Bouanani erneut wirkungslos
Der Sommerzugang stand zum siebten Mal nach seinem Wechsel in der Startelf von Trainer Hoeneß. Wieder war Badredine Bouanani in der Stuttgarter Offensiv-Abteilung - abgesehen von einem gefährlichen Freistoß aus gut 25 Metern (49.) - wirkungslos. Bis auf einen Treffer beim 2:1 am ersten Spieltag der Europa League-Ligaphase gegen Celta Vigo sprang noch nichts Zählbares für den algerischen Nationalspieler im VfB-Dress heraus. Bouanani bleibt nach wie vor den Beweis dafür schuldig, warum die Schwaben für ihn im Sommer rund 15 Millionen Euro an die Côte d’Azur zu OGC Nizza überwiesen haben. Doch Hoeneß wirbt um Geduld.

»Man sieht schon, wenn er den Ball am Fuß hat, das Dinge passieren. Aber er muss schauen, dass er noch aktiver in seinem Spiel ist und sich noch mehr Aktionen durch Intensität und Läufe ohne Ball holt«, sagte der 43-Jährige. Dann, da ist sich der VfB-Coach sicher, würde man noch mehr sehen, was er eigentlich draufhat. Hoeneß bezeichnet den linken Fuß des Flügelspielers als enorm. »Badredine besitzt einen überragenden Abschluss. Doch er kommt noch zu selten in diese Situation. Daran müssen wir weiter arbeiten.«

Emotional beim Spielgeschehen dabei: Augsburg-Trainer Sandro Wagner.
Emotional beim Spielgeschehen dabei: Augsburg-Trainer Sandro Wagner. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Emotional beim Spielgeschehen dabei: Augsburg-Trainer Sandro Wagner.
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

- Laufstarker Wagner irritiert
Augsburg-Coach Wagner lief in seiner Coaching-Zone auf und ab, ab und auf und wieder auf und ab. Es wäre spannend zu wissen gewesen, wie viele Kilometer der ehemalige deutsche Nationalspieler und Confed-Cup-Sieger von 2017 am Sonntag an der Seitenlinie der MHP-Arena abspulte. Der 37-Jährige war mittendrin statt nur dabei. Für etwas Verwunderung sorgte dann allerdings seine Aktion nach dem Schlusspfiff, als er ohne die Mannschaft ganz alleine in Richtung der Gäste-Kurve lief. Es war mal wieder Futter für alle Kritiker, die im ehemaligen Bayern-Stürmer einen Selbstdarsteller sehen. Der 37-Jährige, der mit seinem Team weiter im Tabellenkeller steckt, hatte eine einfache Erklärung für diese Szene parat: »Ich wurde mal gefragt, warum ich nach einem Sieg nicht in die Kurve gekommen bin. Da habe ich gesagt: Nach Siegen soll sich die Mannschaft in der Kurve feiern lassen. Ich komme, wenn wir verlieren. Es gab aber keinen Ärger, sondern Beifall.«

Den hatte sich seine Mannschaft nach einem beherzten Auftritt verdient. Auch VfB-Trainer Hoeneß sagte anerkennend: »Es war ein sehr hartes und schwieriges Spiel gegen einen Gegner, der uns richtig Probleme gemacht hat.« Eigentlich hätte der eingewechselte FCA-Stürmer Samuel Essende in einer chancenarmen zweiten Hälfte in der 77. Minute das 2:3 erzielen müssen. Doch der 27-Jährige vergab freistehend vor Alexander Nübel kläglich. Wie das halt im Fußball so ist, erzielte Undav drei Minuten später auf der Gegenseite den 3:2-Siegtreffer. (GEA)