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VfB Stuttgart startet mit Heimsieg in die Europa League

Der VfB Stuttgart ist mit einem 2:1 (0:0)-Heimerfolg gegen Celta Vigo optimal in die Ligaphase der Europa-League-Saison 2025/26 gestartet. Am Ende wird es nochmals unnötig spannend, weil ausgerechnet Atakan Karazor patzt.

Erzielt das 1:0 und sein Premierentor im VfB-Trikot: Badredine Bouanani.
Erzielt das 1:0 und sein Premierentor im VfB-Trikot: Badredine Bouanani. Foto: Frank/Eibner
Erzielt das 1:0 und sein Premierentor im VfB-Trikot: Badredine Bouanani.
Foto: Frank/Eibner

STUTTGART. »Wir können den scheiß Europapokal gewinnen!«, schrie Jamie Leweling euphorisch zu den VfB-Fans bei der großen DFB-Pokalparty in Stuttgart Ende Mai. Am Donnerstagabend legten die Anhänger der Schwaben nach. Ein großes Banner mit dem Schriftzug »Wir hol'n dieses Mal den Europapokal« wurde kurz vor dem Anpfiff in der Cannstatter Kurve ausgerollt. Dann kann ja jetzt eigentlich nichts mehr schiefgehen. Und tatsächlich ist der VfB mit einem 2:1 (0:0)-Heimerfolg gegen den spanischen Erstligisten Celta Vigo optimal in die Ligaphase der Europa-League-Saison 2025/26 gestartet.

Kurios: Beide Mannschaften waren sich vor nicht einmal zwei Monaten im Reutlinger Kreuzeichestadion bei einem Testspiel gegenübergestanden. Noch kurioser: Vigo hat nur eines der bisherigen sechs Ligaspiele verloren, allerdings auch das Kunststück vollbracht, in den letzten fünf Partien jeweils mit einem 1:1-Unentschieden vom Feld zu gehen. Diese Serie, auf die sie an der Nordwestküste Spaniens nicht stolz sein dürften, ist nun gerissen. Vor allem über einen Akteur bei den Galiziern lohnt es sich ein paar Zeilen zu verfassen. Sein Name: Iago Aspas. Stolze 38 Jahre alt, trotzdem weiterhin unersetzbare Stammkraft und Kapitän, mit sage und schreibe 530 Pflichtspielen sowie 214 Buden jeweils Rekordmann seines Jugendclubs.

Ein Spiel in eine Richtung

Und genau dieser Routinier hätte nach drei Minuten beinahe sein 215. Pflichtspieltor für Vigo erzielt und für die kalte Dusche bei den Hausherren gesorgt. Keeper Alexander Nübel leistete sich einen Fehler im Spielaufbau, Aspas zog aus rund 30 Metern direkt ab, setzte seinen Schuss allerdings über den Kasten. Mehr kam von den Spaniern bis zur 87. Minute aber nicht. Es war ein Spiel in eine Richtung.

Chema Andres erhielt erneut den Vorzug vor Kapitän Atakan Karazor und wieder zählte der 20-Jährige gegen seine Landsmänner zu den besten und abgezocktesten Stuttgartern. Noch auffälliger in der ersten Hälfte war Sommerzugang Lorenz Assignon auf der Rechtsverteidiger-Position. Der Franzose ließ sich bei seinen vielen Dribblings kaum vom Ball trennen und bereitete beinahe das 1:0 durch Andres mit einer schönen Flanke vor (9. Minute). Der Mittelfeldspieler brachte aus einer Top-Position im Fünf-Meter-Raum aber nicht genügend Druck hinter die Kugel. Celta-Torwart Ionut Radu wehrte in den Rückraum ab, dort landete der Nachschuss von Leweling aus elf Metern weit über dem Tor.

Es waren die besten VfB-Chancen in der ersten Hälfte. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß präsentierte sich gegen die tiefstehenden Gäste sehr ballsicher und ließ den Ball gut laufen. Das sah viel, viel besser und geschmeidiger aus als noch an den ersten drei Bundesliga-Spieltagen.

Nübel schickt Bouanani auf die Reise

Gar nicht mal so schön herausgespielt war dann der verdiente Führungstreffer kurz nach der Pause. Torwart Nübel schickte mit einem langen Ball über 50, 60 Meter Flügelspieler Badredine Bouanani auf die Reise. Warum der in die Tiefe eingelaufene algerische Nationalspieler wenige Augenblicke später völlig alleine vor dem aus seinem Kasten geeilten Radu stand, weiß man bis heute nicht. Der 20-Jährige nahm die Einladung an und lupfte technisch fein über den Rumänen hinweg mit seinem Premierentor zum erlösenden 1:0.

Bereits seinen zweiten Treffer im Trikot mit dem roten Brustring durfte Bilal El Khannouss 18 Minuten später bejubeln. Der Marokkaner nahm sich nach einer kurz herausgespielten Ecke ein Herz, dribbelte in Arjen-Robben-Manier - nur seitenverkehrt - von links am Strafraum entlang in die Mitte und schlenzte den Ball aus 16 Metern perfekt ins untere Eck. Absolut sehenswert und die Entscheidung in diesem extrem einseitigen Duell. Denkste. Weil sich der eingewechselte Karazor drei Minuten vor dem Ende einen Ballverlust leistete, der prompt mit dem 1:2 durch Borja Iglesias bestraft wurde, wurde es aus dem Nichts nochmal unnötig spannend. Ja, ausgerechnet Karazor... Eines ist sicher: Über diese Szene wird bis zum Auswärtsspiel am Sonntag beim 1. FC Köln (17.30 Uhr, Dazn) noch viel gesprochen werden. (GEA)