ROTTACH-EGERN. Der Tag im Trainingslager endete für den VfB Stuttgart mit zwei schlechten Nachrichten. Die erste: Pünktlich zur zweiten Einheit am frühen Abend setzte am beschaulichen Tegernsee der aus den vergangenen Tagen bereits bekannte Regen doch noch ein und machte den Platz erneut rutschig und schwer bespielbar. Was aber viel schlimmer war: Während einer Übungspartie verletzte sich Leistungsträger Angelo Stiller.
Was hat sich Angelo Stiller getan?
Im Training hinterlief der 24-Jährige einen Gegenspieler, stürmte nach vorne und zog mit links ab. Anschließend bremste Stiller abrupt ab. Keine Sekunde später ließ er sich auf den Rasen fallen und fasste sich ans Sprunggelenk. Sein Gesicht war dabei schmerzverzerrt. Über zwei Minuten blieb der Schlüsselspieler aus dem Zentrum liegen, wurde behandelt. Bitter: Erst im Mai hatte sich der deutsche Fußball-Nationalspieler im linken Sprunggelenk eine Bänderverletzung zugezogen. Nun trifft ihn dasselbe Schicksal erneut. Der Club bestätigte bereits, dass es sich wieder um eine Bänderverletzung handelt.
Was macht Nick Woltemade?
Es dürfte die Frage sein, die die Fans des VfB Stuttgart zurzeit mit Abstand am meisten beschäftigt: Was ist mit Nick Woltemade? Denn dem Ort seiner Träume ist er im Trainingscamp des VfB schon recht nahe. Schließlich liegt Rottach-Egern weniger als eine Autostunde entfernt vom Gelände des FC Bayern München, zu dem er allzu gerne wechseln würde. Da bisher keine Einigung erzielt wurde, gehen die Stuttgarter Verantwortlichen von einem Verbleib aus. Wie aber ist der Gemütszustand des 23-Jährigen? Am Mittwoch absolvierte der Offensivmann nur die Einheit am Vormittag. Dort war Woltemade voll involviert und wirkte konzentriert. »Er ist wie immer, sehr ruhig, witzig, aufgeschlossen. Das ist unser Nick«, bestätigte Routinier Atakan Karazor. Auch für die Fans nahm er sich Zeit, posierte für ein Selfie und schrieb Autogramme.
Wie ist die Stimmung vor Ort?
Sehr gut. Auf dem Platz herrschte zwar ein forscher Ton - Trainer Sebastian Hoeneß und seine Spieler waren voll fokussiert. Aber Zeit für das ein oder andere Späßchen - gerade beim Warm-up - blieb dann doch. »Wir fühlen uns wohl«, sagte der VfB-Coach.
Was lässt sich aus den Trainingseinheiten ablesen?
Dass der VfB Stuttgart auch in der kommenden Saison da weitermachen möchte, wo er mit dem Sieg im DFB-Pokal in der Vorsaison aufgehört hat: Attraktivem Fußball. In Rottach-Egern trainieren die Schwaben seit Montag viele Spielformen. Das Tempo ist hoch, die Trainingsfelder extra klein, um die Schwierigkeit in Ballbesitz zu erhöhen. »Wir sind sehr intensiv dabei. Von den ersten Trainingstagen schon«, sagte Stürmer Ermedin Demirovic. Er schaue positiv auf die bevorstehende Saison und habe »Bock auf mehr« als den neunten Platz in der Liga. »Wir wissen, dass wir es können«, meinte er.
Was passiert mit Super-Dribbler Silas?
Seine Dribblings dürften den meisten im Kopf geblieben sein - für den VfB liegen sie aber schon einige Zeit zurück. Zuletzt kickte Silas Katompa-Mvumpa ein Jahr auf Leihbasis für Roter Stern Belgrad, wo er in 16 Spielen fünf Tore erzielte. Nach Stuttgart kehrte der pfeilschnelle Kongolese allerdings mit Problemen zurück. Ein Knöchelbruch im Frühjahr bremste ihn aus. Noch immer ist der einstige Publikumsliebling nicht fit und im Trainingslager deshalb wie Dan-Axel Zagadou gar nicht dabei. Er sei »nicht in der Lage, Dinge auf dem Platz zu machen«, sagte Hoeneß. Eine Zukunft bei den Schwaben ist unwahrscheinlich. Schon im Vorfeld der vergangenen Saison gefiel dem VfB-Trainer Silas Arbeit gegen den Ball nicht. Zudem ist der 26-Jährige verletzungsanfällig. Gut möglich, dass ihn der DFB-Pokalsieger bei einem Angebot ziehen lässt.
Was gibt es sonst zu berichten?
Der Transfer von Mittelfeldjuwel Giannis Konstantelias zum VfB schien schon fast in trockenen Tüchern – jetzt ist er vom Tisch. Der 22-Jährige verlängert stattdessen bei seinem aktuellen Arbeitgeber PAOK Saloniki, weil sein Club-Boss sich in letzter Sekunde doch noch meldete und ihn überzeugte, zu bleiben. Mit Stuttgart hatte sich Konstantelias zuvor bereits auf einen Vierjahresvertrag geeinigt. (GEA)

