Logo
Aktuell Bundesliga

2:1 gegen Hannover: Der Neuanfang des VfB glückt

Zum Auftakt der zweiten Fußball-Bundesliga schlägt der VfB Stuttgart Hannover 96. Es ist ein Spektakel mit drei Toren, zwei Platzverweisen und einem kuriosen Eigentor.

VfB Stuttgart - Hannover 96
Stuttgartss Daniel Didavi (l) jubelt nach dem Tor zum 2:0 mit der Mannschaft. Foto: Daniel Maurer
Stuttgartss Daniel Didavi (l) jubelt nach dem Tor zum 2:0 mit der Mannschaft. Foto: Daniel Maurer

STUTTGART. Stimmung wie in der Bundesliga, die Querelen der vergangenen Wochen und Monate scheinen vergessen, Neustart in Liga zwei. Mehr als 50.000 Zuschauer, mehr als 70.000 Mitglieder, viele kamen erst nach dem dritten Bundesligaabstieg der Vereinsgeschichte hinzu. Der VfB Stuttgart hat das Auftaktspiel der Zweitligasaison gegen Mitabsteiger Hannover 96 im unwetterartigen Regen am Freitagabend vor 52.021 Zuschauern mit 2:1 (2:1) gewonnen. Der Neubeginn scheint vollzogen, die Stuttgarter Treffer markierten Mario Gomez und Daniel Didavi. Für den Gegentreffer sorgte der eingewechselten Neuzugangs Maxime Awoudja mit einem kuriosen Eigentor.

Die neue Mannschaft des neuen Trainers Tim Walter, der wenige Tage zuvor davon gesprochen hatte, die Favoritenrolle in dieser Saison »gerne« anzunehmen, »ich war noch nicht so oft Favorit«, hat ihre erste Bewährungsprobe der neuen Saison gegen einen Mitfavoriten um den direkten Wiederaufstieg bestanden. Und phasenweise wird die neue Offensivstrategie von Walter schon am ersten Spieltag erkennbar, wenn auch noch nicht über die gesamten 90 Minuten.

Gomez trifft zur Führung

Neuer Trainer, neue Philosophie, neue Spieler, neue Ideen, alles neu. Sportvorstand Thomes Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat haben die Mannschaft total umgebaut. Hitzlsperger hat immer wieder betont, dass der »Neustart alternativlos ist«. Der VfB trennte sich von Routiniers und langjährigen Profis wie Timo Baumgartl, der zuletzt für angeblich zwölf Millionen Euro zum PSV Eindhoven in die niederländische Ehrendivision wechselte. Der Grieche Anastasios Donis, der schon vom Typ her absolut nicht zum neuen Trainer passt, wird mit Spartak Moskau in Verbindung gebracht.

Der VfB Stuttgart beginnt in der Innenverteidigung mit dem von Walter bestimmten neuen Kapitän Marc Oliver Kempf und Marcin Kaminski, der von Fortuna Düsseldorf zurückkehrte, auf den Außenpositionen mit Borna Sosa und Neuzugang Pascal Stenzel, im Mittelfeld mit den etablierten Kräften Santiago Ascacibar, Gonzalo Castro, Daniel Didavi und Zugang Atakan Karazor, in der Offensive mit Neuzugang Hamadi Al Ghaddioui und Mario Gomez. Der von Hoffenheim ausgeliehene Torwart Gregor Kobel ist Walters Nummer eins im Tor. Dafür wurde der Ex-Stuttgarter Ron Robert Zieler mit Pfiffen empfangen, der Ex-Weltmeister war vor der Saison zu Hannover 96 zurückgekehrt.

Die Anfangsminuten gehören überraschend dem Gegner, weil der VfB bei allen Offensivbemühungen noch ein wenig ungeordnet wirkt. Hannovers Edgar Prib scheitert in der zweiten Minute überhastet an Kobel, nur vier Minuten später mit einem Freistoß am Außennetz. Der stimmgewaltige Stuttgarter Anhang muss bis zur elften Minute warten, ehe Didavi das erste Mal aufs Tor schießt. Hannover spielt sehr diszipliniert und geordnet, defensiv stark und lässt kaum Chancen des VfB zu. In der 20. Minute versucht es Al Ghaddioui erneut mit einem Schuss, Zieler pariert.

Didavi zirkelt einen Freistoß zum 2:0 an Zieler vorbei

Nur neun Minuten danach stürmt der erstaunlich spielfreudige Sosa über links nach vorne, seine präzise Flanke aus dem Lauf erwischt Mario Gomez am langen Pfosten und überwindet Zieler unhaltbar zum Führungstor (29.). Nur sieben Minuten später zirkelt Didavi einen direkten Freistoß zum 2:0 in das Tor von Zieler (36.), unhaltbar schien der Schuss nicht. Kurz darauf muss Marcin Kaminski verletzt vom Feld, Walter wechselt Neuzugang Maxime Awoudja ein, und der bringt nur eine Minute nach seiner Einwechslung bei seiner ersten Aktion mit einem ebenso unnötigen wie kuriosen Eigentor (39.) Hannover unverhofft wieder heran.

Im zweiten Durchgang setzt sich die Überlegenheit der Stuttgarter nach einem Unwetter und strömendem Regen fort. Teilweise regnet es so stark, dass man die Spieler von der Haupttribüne kaum noch erkennt. Und mit dem Regen verliert die Begegnung ihre Ordnung, viele Pässe werden zum Resultat von Zufällen. Didavi vergibt die nächste Möglichkeit (54.), Ascacibar eine 100 Prozent-Chance (61.), aber die Mannschaft von Tim Walter bleibt engagiert, wenn auch die Präzision auf dem rutschigen Rasen der Arena nicht mehr zu gewährleisten ist, und Schiedsrichter Felix Brych der eine oder andere Fehler unterläuft. Hannovers Matthias Ostrzolek sieht nach einem Foul an Ascacibar die gelb-rote Karte (64.), der eingewechselte Awoudja ebenfalls (85.). Es sind noch 33 Spieltage bis zum erhofften Wiederaufstieg. (GEA)