NUEHAUSEN. Es war im Februar 2022, als der TV Neuhausen einen Transfercoup auf der Trainerposition vermeldete: Mike Leibssle kam vom Frauenhandball-Zweitligisten SG H2Ku Herrenberg in die Württembergliga zum TV Neuhausen unter den Hofbühl. Jetzt, fast vier Jahre später, endet die gemeinsame Zeit – darauf haben sich Verein und Trainer in gemeinsamen Gesprächen verständigt. »Es waren vier schöne, lehrreiche und interessante Jahre«, blickt Leibssle zurück.
In seiner ersten Saison erreichte man den achten Platz, dann folgte Rang vier, danach in der vergangenen Runde die Meisterschaft in der Oberliga und somit der Aufstieg in die Regionalliga. »Diese Saison ist mit die schwerste«, sagt Leibssle, der das auch auf die herbe Verletzungsmisere zurückführt – der halbe Rückraum der Ermstäler, von Felix Stahl über Nadim Brockhaus bis hin zu Johannes Roscic ist lädiert. Trotzdem ist das Ziel für den Rest der Saison sonnenklar: »Wir haben die größte Aufgabe noch vor uns und das ist der Klassenerhalt.«
Dass man die Liga hält, ist natürlich auch der Wunsch des Sportlichen Leiters Markus Bühner, der hofft, dass sich Leibssle tatsächlich mit dem Klassenerhalt aus Neuhausen verabschieden kann. »Er hat sportlich und menschlich die Zeit hier mitgeprägt«, sagt Bühner, der bedauert, dass man mit Leibssle einen »unglaublich guten Typen verliert«. Man sei nicht umsonst gerade mit dem A-Lizenz-Inhaber in die Regionalliga aufgestiegen. Doch nach vier Jahren brauche es neue Impulse, nicht zuletzt auch mit Blick auf die aktuelle sportliche Lage.
»Wir wussten, dass es schwer wird in dieser Liga, das war allen klar«, ergänzt Abteilungsleiter Thomas Reusch, der sich durch die Neuigkeiten auch ein »Signal an die Mannschaft« erhofft, alles für den Klassenerhalt zu tun. Man habe als TV Neuhausen Leibssle viel zu verdanken, anerkennt der Abteilungsleiter die bisherigen Leistungen des Trainers aus den vergangenen vier Jahren. Jetzt aber geht der Blick aller unterm Hofbühl auf die Rückrunde, die schon am 10. Januar mit dem Auswärtsauftritt bei der MTG Wangen startet.
Bis dahin und darüber hinaus wird im Hintergrund natürlich nach einem Nachfolger für Leibssle an der Seitenlinie gesucht. »Es gibt schon erste Kontakte zu möglichen Kandidaten«, will Bühner die Katze noch nicht aus dem Sack lassen. Doch man habe ein klares Profil vor Augen und sondiere weiter intensiv den Markt.
Für Leibssle endet nach dieser Saison ein Handball-Kapitel seiner bisherigen Karriere. In Neuhausen wird er auch nach Saisonende noch gerne vorbeischauen: »Ich habe in Neuhausen Freundschaften geschlossen und werde deshalb auch nächstes Jahr mit einem guten Gefühl in die Halle kommen.« In der Rückrunde mit dem Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen, danach dann als gern gesehener Gast auf der Tribüne. (GEA)

