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Hertha im Homeoffice - Bundesliga fürchtet Saison-Abbruch

28 Spieltage ging alles gut. Jetzt steht die Bundesliga im Saison-Endspurt plötzlich doch noch vor einem großen Corona-Problem. Vier Fälle bei Hertha BSC - die Sorge vor einem Abbruch ist groß.

Corona-Fälle bei Hertha BSC
Der Hertha BSC muss für 14 Tage im Home Office trainieren. Foto: Andreas Gora/dpa
Der Hertha BSC muss für 14 Tage im Home Office trainieren. Foto: Andreas Gora/dpa

BERLIN. Nach einem digitalen Teamabend will Hertha BSC mit den ersten Trainingseinheiten von Sami Khedira und Co. auf eilig herbeigeschafften Fitnessgeräten im Fußball-Homeoffice seinen großen Corona-Schock verarbeiten.

In der Bundesliga soll derweil mit einem möglichst reibungslosen sportlichen Ablauf des 29. Spieltages an diesem Wochenende die Drohkulisse eines möglichen Saison-Abbruchs schnell wieder in den Hintergrund geschoben werden - ungeachtet der unausweichlichen Absage der Berliner Partie beim FSV Mainz 05.

»Solch eine fundamentale Entscheidung würde immer im Rahmen einer Vollversammlung getroffen werden. Es gibt nicht die eine goldene Regel, wie die Saison gewertet würde, wenn sie aufgrund der Pandemie abgebrochen werden müsste«, spricht DFL-Chef Christian Seifert bei »Bild live« schon recht konkret vom Worst Case, fügte aber auch an: »Über diese Brücke gehen wir erst, wenn es soweit ist. Aber noch stehen wir nicht davor.«

Die nach vier Corona-Fällen um Trainer Pal Dardai angeordnete Quarantäne des ganzen Hertha-Kaders hatte der Fußball-Branche schonungslos vor Augen geführt, dass sie die Pandemie trotz ausgefeilter Hygieneregularien nicht ignorieren kann.

Noch sind alle drei Berliner Nachholspiele gegen Mainz, Freiburg und Schalke im engen Terminkalender unterzubringen. Doch ein ähnliches Szenario kurz vor dem Saisonende würde sportliche Entscheidungen wie Abstiegsfrage, Europacup-Qualifikation oder sogar noch die Meisterkür im vorgegebenen Zeitrahmen bis zum 22. Mai ernsthaft gefährden.

»Es sind noch viele sportliche Entscheidungen offen. Es verbietet sich, zum jetzigen Zeitpunkt über einen Saisonabbruch nachzudenken«, sagt Seifert. Gemeinsam mit der Hertha soll nun erstmal ein akzeptabler Notspiel-Plan gefunden werden. Das fatale Wort der Wettbewerbsverzerrung steht längst im Raum.

Während die DFL noch auf Zeit spielt und ad hoc keine generelle Hotel-Quarantäne für alle Teams verordnete, müssen die Berliner sich konkrete Gedanken über ihre Leistungsfähigkeit im Abstiegskampf nach dem für Anfang Mai erwarteten Re-Start machen. Zur Sicherung der Fitness bekamen alle Spieler schnell Trimm-Räder nach Hause geliefert, berichtete Geschäftsführer Carsten Schmidt. Um die mentale Stärke will sich Sportdirektor Arne Friedrich in täglichen Online-Gesprächen kümmern.

Khedira sendete schonmal eine Botschaft via Social Media: »Allen betroffenen Spielern/Teammitgliedern eine schnelle Genesung und dass sie die Krankheit gut überstehen mögen. Unsere sportliche Situation wird nochmal härter. Aber seid euch sicher: Wir werden als Mannschaft alles geben, um die Saison zu retten - für die Hertha, für euch«, schreibt der Ex-Weltmeister bei Twitter. (dpa)