Manuel Neuer: Fast eine Halbzeit beschäftigungslos, ehe er einmal gefordert wurde. In der 42. Minute parierte der 36-Jährige bravourös bei einem Schuss von Keysher Fuller. Für Neuer ist das nichts Neues: Auch beim FC Bayern München fliegen nicht allzu viele Bälle auf sein Gehäuse zu. Beim Gegentreffer wehrt er den Ball unglücklich nach vorne ab. Es darf diskutiert werden, ob ihn eine Teilschuld an diesem Tor trifft. Beim 1:2 sah Neuer sehr unglücklich aus, wäre besser auf der Linie geblieben.
Joshua Kimmich: Weil er Leroy Sané in die Startelf stellte, musste Bundestrainer Hansi Flick einen Wechsel vornehmen. Thilo Kehrer erhielt einen Bank-Platz, Kimmich durfte als rechter Verteidiger ran. Hatte zu Beginn einige starke Szenen. Durfte nach dem Seitenwechsel wieder im Mittelfeld ran, blieb aber für seine Verhältnisse unauffällig.
Niklas Süle: Luftloch kurz vor der Pause. Beschränkte sich auf die Defensivarbeit. Sehr fehlerbehaftet.
Antonio Rüdiger: Der Abwehrchef ließ sich von der Unsicherheit seiner Nebenleute anstecken. Dicker Patzer kurz vor der Pause. Hatte in der zweiten Hälfte im Strafraum von Costa Rica bei einigen Abschlussaktionen Pech.
David Raum: Nach der guten Leistung gegen Spanien ein Rückschritt. Böser Fehler kurz vor der Pause. Setzte in der Offensive keine Akzente.
Ilkay Gündogan: Machte einmal mehr aus seinen enorm großen Möglichkeiten zu wenig. Der 32 Jahre alte Profi von Manchester City blieb im Nationaltrikot auch bei dieser WM Vieles schuldig.
Leon Goretzka: Nach dem starken Auftritt gegen Spanien blieb er im letzten Gruppenspiel blass. Setzte keine Akzente.
Serge Gnabry: Der Münchner agierte wesentlich agiler und auffälliger als in den beiden ersten Begegnungen. Dennoch: Der technisch beschlagene Flügelspieler, jahrelang im Nationaltrikot überragend, ist in seiner Karriere an einem Wendepunkt angelangt. Findet er zu alter Stärke zurück? Oder versinkt er im gehobenen Mittelmaß.
Jamal Musiala: Der deutsche Gewinner bei dieser WM. Der einzige Gewinner. Es war einmal mehr eine Augenweide, wie sich der 19-Jährige durch die gegnerischen Abwehrreihen dribbelte. Allererste Sahne, wie er in der siebten Minute ein Super-Solo im Strafraum Costa Ricas hinlegte. Trotz einer erneuten Glanzleistung war Musiala auch in dieser Begegnung im Abschluss glücklos. Hatte mit zwei Pfostentreffern großes Pech.
Leroy Sané: Neben Musiala der zweite deutsche Akteur, der mit einigen bemerkenswerten Aktionen Pluspunkte sammelte. Dürfte ein Fixpunkt im künftigen deutschen Team werden. Hatte gegen Costa Rica gute Szenen, im Abschluss haperte es aber gewaltig.
Thomas Müller: Verdiente sich wieder ein Fleißkärtchen. Hätte in der neunten Minute das Führungstor erzielen müssen, als er nach einer perfekten Flanke von Kimmich völlig freistehend per Flugkopfball das Gehäuse verfehlte. Verabschiedete sich nach dem Spiel aus der Nationalmannschaft.
Lukas Klostermann: Kam in der 46. Minute ins Spiel und bekleidete die rechte Seite in der Vierer-Abwehrkette. Unauffällig. Das darf ihm jedoch nicht vorgeworfen werden, ist doch die Offensive nicht seine Kernaufgabe.
Niclas Füllkrug: Viele Experten und Anhänger hatten seinen Startelf-Einsatz gefordert. Kam in der 54. Minute ins Spiel. Erzielte ein Tor und deutete seine Gefährlichkeit an. Der Bremer hat sich für weitere Einsätze nach der WM empfohlen.
Mario Götze: Fand nicht ins Spiel. Schloss eine aussichtsreiche Aktion mit einem harmlosen Kopfball ab, als er den Ball mit dem Fuß hätte verarbeiten sollen.
Kai Havertz: Trug sich zwei Mal in die Torschützenliste ein. Immerhin. (GEA)

