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Deutsches Duo jagt Prevc

Der 26-jährige Slowene ist nach seinem Auftaktsieg der Top-Favorit bei der Vierschanzentournee. Konkurrenz wirkt ratlos. Hoffmann und Raimund in Verfolgerrolle

Dauersieger: Der Slowene Domen Prevc führt auch im Gesamt-Weltcup der Skispringer.  FOTO: KARMANN/ DPA
Dauersieger: Der Slowene Domen Prevc führt auch im Gesamt-Weltcup der Skispringer. Foto: Daniel Karmann/dpa
Dauersieger: Der Slowene Domen Prevc führt auch im Gesamt-Weltcup der Skispringer.
Foto: Daniel Karmann/dpa

OBERSTDORF. Felix Hoffmann nahm »einen schönen Pokal« mit auf die malerische Alpen-Autofahrt, Philipp Raimund genoss den Klang von Kuhglocken im Teamhotel: Deutschlands Spitzenduo reist mit reichlich positiven Gefühlen zur Jahreswechsel-Party der Skispringer in Garmisch-Partenkirchen. Doch das Objekt der Begierde – der goldene Adler für den Vierschanzentournee-Sieger – ist nach der Flugshow von Domen Prevc schon wieder weit weg. Rund elf Meter liegen Hoffmann und Raimund hinter dem 26 Jahre alten Dominator aus Slowenien, der die Konkurrenz am Oberstdorfer Schattenberg mit zwei Top-Sprüngen vorführte.

Auf die Frage, ob es beim Schanzenspektakel nur um Platz zwei hinter dem Dauersieger gehe, antwortete Raimund: »Gut möglich. Der Domen macht einfach einen wahnsinnig guten Job. Es ist eine gute Lücke dazwischen.« Hoffmann als Dritter und Raimund als Fünfter sind zwar Teil des breiten Verfolgerfeldes, können es mit Prevc aber derzeit nicht aufnehmen.

Dementsprechend ratlos wirkte Hoffmann, als er darauf angesprochen wurde, wie man dem Slowenen am besten beikomme: »Keine Ahnung. Müssen wir mal gucken.« An Silvester (16.00 Uhr/ZDF und Eurosport) wartet in Garmisch zu ungewohnt später Zeit die nächste Qualifikation.

Hoffmann erlebte in Oberstdorf eine emotionale Podestpremiere bei der Tournee. Der 28-Jährige hatte schon an diversen Mikrofonen über seinen vierten Platz gesprochen, ehe er von der Disqualifikation des Slowenen Timi Zajc erfuhr und doch noch auf Rang drei vorrückte.

Empfang mit Kuhglocken

»Es war ein bisschen hektisch«, sagte der introvertierte Hoffmann, der die Interview-Runde dank des verspäteten Podestglücks geduldig ein zweites Mal drehte. Als er nach diversen Fragerunden ins Hotel in einem Oberstdorfer Vorort zurückkehrte, widmete das Hotel-Personal den deutschen Skispringern einen stimmungsvollen Empfang mit Kuhglocken. Beim Slowenen Zajc hatte ein Anzug-Verstoß um drei Millimeter vorgelegen, den Chefkontrolleur Mathias Hafele streng ahndete. (dpa)