STUTTGART. Die Fußball-Europameisterschaft ist schon ein paar Tage alt, aber dem Maskottchen bin ich noch nicht begegnet. Wo ist Albärt? Der Teddybär, der im Stadion für Stimmung sorgen und Kinder begeistern soll, war schon vor einem Jahr vorgestellt worden. Aber seit Turnierbeginn ist er mir noch nicht über den Weg gelaufen.
Also erkunde ich bei der nächsten Partie auch die Umgebung der Arena. Ist er vielleicht im Parkhaus am Stadion? Nein. Ich frage eine Fußball-Familie aus Bayern, die gerade aus dem Auto steigt, ob sie mir weiterhelfen kann. Doch alle reagieren verblüfft. »Gibt's auch ein Nationalmannschafts-Maskottchen?«, fragt der Vater staunend. Sein Sprössling kennt Albärt nicht, aber dafür »Jahni«, die Figur von Jahn Regensburg.
Kopfschütteln an der Fan-Zone
Nächster Versuch. Können mir die meist sehr gut informierten Volunteers weiterhelfen? Kopfschütteln. Ich komm' ins Grübeln. Ist Albärt vielleicht ausgebüxt und hat sich mit der U-Bahn von der Arena in Richtung Innenstadt aufgemacht? Aber auch in der Stuttgarter City kommt er mir nicht ins Blickfeld. Ich wende mich an die Security, die unmittelbar an der riesigen Fan-Zone am Schlossplatz Position bezogen hat. Dort muss das Maskottchen doch vorbeigekommen sein. Der Mann mit der gelben Weste zuckt nur mit den Schultern.
Sieht schlecht aus. Gerade als ich bei der Suche kapitulieren und ich nach Spielschluss ins Medienzentrum eilen will, begegnet mir ein Junge, der zwei Plüschbären in den Händen hält. Ich bremse abrupt, kann's nicht glauben. Wo er die herhat? Er zeigt hoch auf die Tribüne. Dort muss ein Verkaufsstand sein. Seine Mutter erklärt mir, wie es dazu kam. »Seine Schwester ist maskottchen-verrückt. Und da sie eins bekam, gab's für den Bruder auch einen Bären.«
Nur bis zum Finale dabei
Ich atme auf. Es gibt Albärt tatsächlich. Später erfahre ich, dass er, wenn man im richtigen Moment hinblickt, auch schon mal auf dem Spielfeld gesichtet werden kann. Bleibt noch eine Frage. Ist ein Maskottchen nötig? Die Meinungen decken sich, wo immer ich mich auch erkundige. »Das braucht man eigentlich nicht«, höre ich mehrfach. Also leg' Dich ins Zeug, Albärt. Nach dem Finale bist Du Geschichte.

