METZINGEN. Lange ist's her, als die Metzinger Handballerinnen vor der Weltmeisterschafts-Pause letztmals um Bundesliga-Punkte kämpften. Beim Thüringer HC gingen die Pink Ladies vor über einem Monat als Verlierer (34:39) vom Feld. Jetzt geht's weiter mit dem Kampf um Punkte für die Play-off-Runde. Bei der TuS rechnet man sich Chancen aus, nach der Hauptrunde unter den ersten Vier zu stehen und damit in die Meisterschafts-Play-offs einziehen zu können. Der derzeitige Tabellenvierte Thüringer HC hat zwar drei Punkte mehr auf dem Konto, aber auch ein Spiel mehr bestritten.
»Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit«, sagt Trainerin Miriam Hirsch nicht ohne Grund. Drei Spiele stehen noch bis Silvester für ihr Team auf dem Programm, die Gegner sind allesamt auf Augenhöhe und wie die TuS im Tabellenmittelfeld angesiedelt. Zunächst treffen die »TusSies« im Fernseh-Spiel am Sonntag (14.30 Uhr/DF1) in der Tübinger Paul-Horn-Arena auf den VfL Oldenburg, am 27. Dezember (19.30 Uhr) folgt das nächste Heimspiel gegen die Sport-Union Neckarsulm, ehe das alte Jahr mit der Partie am 30. Dezember (19 Uhr) bei Frisch Auf Göppingen beschlossen wird. »Mit drei Siegen können wir uns absetzen«, beschreibt Hirsch die Bedeutung dieser Begegnungen.
»Es ist toll, wieder zuhause vor unseren Zuschauern zu spielen. Ich freu' mich schon«
Entsprechend groß ist die Motivation beim Tabellensiebten, sich mit Siegen an die Spitzengruppe heranzuarbeiten. Dass man nach der langen Punktspiel-Pause nun wieder mit Heimspielen in den Wettkampf-Modus zurückkehrt, kommt noch hinzu. »Es ist so toll, wieder zuhause vor unseren Zuschauern zu spielen. Ich freu' mich schon«, sagt Linksaußen Lois van Vliet. Hirsch hofft, dass die zuletzt im Testspiel gegen die Straßburger »Piraths« (39:32) fehlenden Klara Schlegel und Santina Sabatnig wieder zurückkehren können. Dann könnte die TuS neben der wurfgewaltigen Gabriela Bitolo und Charlotte Cholevova, der Spielerin für die überraschenden Aktionen, alle vier WM-Fahrerinnen aufbieten.
Aber auch der VfL Oldenburg hat WM-Teilnehmerinnen in seinen Reihen. Die noch dazu mit einer WM-Medaille zum Tabellenfünften zurückkehrten. Gehörten doch Rechtsaußen Jenny Behrend und Kreisläuferin Marie Steffen zum deutschen Team, das völlig überraschend Silber gewann. Wichtig wird für die TuS sein, erneut wieder so viel Torgefahr zu versprühen wie am Mittwoch gegen den Testspiel-Gegner aus Frankreich. Und in der Abwehr möglichst kompakt zu stehen und aggressiv zu verteidigen. Van Vliet: »Wir machen noch zu viele Fehler und bekommen einfache Tore. Wenn wir das noch rauskriegen, dann klappt's.«
»Wir müssen gewinnen«
Weil die TuS aufs Tempo drückt und viele Angriffe pro Spiel läuft, sieht es Hirsch auch nicht als Problem an, wenn ihr Team über 30 Gegentreffer pro Partie kassiert. Die Vorgabe lautet: Nicht mehr als 32 Tore bekommen, dann kann man immer noch ein Spiel gewinnen, wenn man entsprechend torgefährlich ist. Stichwort 'viele Treffer': Die Sponsoren der »TusSies«, ausgehend von der Firma Rampf, haben für die Partie am Sonntag eine besondere Aktion initiiert. Für jedes Tor und jede Parade der Gastgeberinnen fließt ein fester Spendenbeitrag an die Stiftung »Hilfe für kranke Kinder« der Universitätsklinik Tübingen. Das dürfte ebenso wie die Unterstützung der Fans beim Hirsch-Team dafür sorgen, »Zusatzenergie auf die Platte zu bekommen«, wie die Trainerin sagt. Alle wissen, dass ein Sieg für viel Rückenwind sorgen würde. »Wir müssen gewinnen. Irgendwie muss es funktionieren«, sagt Sabatnig. Neben Ida Petzold (Operation) fällt auch Marie Stumpf (Knochenhautentzündung) aus. Johanna Farkas dürfte in Kürze vor ihrem Debüt im pinkfarbenen Dress stehen.
Der neu erschienene traditionelle Kalender der Metzingerinnen wird am Sonntag auch in der Halle erhältlich sein. Fotograf ist wieder Thomas Kiehl. Das Thema lautet dieses Mal: »Pink est belle« (übersetzt: Pink ist schön). Darin sind die Pink Ladies in festlicher Mode in Szene gesetzt. Jetzt fehlen nur noch zwei Punkte, damit es auch sportlich ein Festtag wird. (GEA)

